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Geldautomaten: Nach Festnahmen prüft Polizei Zusammenhänge

Potsdam (dpa/bb) – In Brandenburg scheint die Serie von Geldautomaten-Sprengungen vorbei zu sein. Doch aufgeklärt sind die Taten noch nicht alle. Nach der Festnahme mutmaßlicher Täter in München prüft die Brandenburger Polizei, ob es einen Zusammenhang mit ähnlichen Fällen im Land gibt. Man stehe im Austausch mit den Münchner Kollegen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag auf Anfrage.

Vergangene Woche hatten Spezialeinheiten der Münchner Polizei vier mutmaßliche Geldautomaten-Gangster festgenommen. Laut der Münchener Polizei war ein 27-Jähriger gemeinsam mit einem Komplizen in Germering bei München gerade dabei, einen Geldautomaten zu sprengen. Polizisten kamen den beiden zuvor und nahmen den 27-Jährigen fest. Seinem Komplizen gelang die Flucht.

In einer Wohnung im benachbarten Gilching nahmen die Ermittler drei weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande fest. Die Gruppe, zwei Frauen (17/19) und zwei Männer (27/47), sitzt in Untersuchungshaft. Nach einem weiteren Verdächtigen fahndet die Polizei.

Wie auch in Brandenburg vermuten die Münchner Ermittler, dass mehrere Sprengungen auf das Konto einer Bande aus den Niederlanden gehen könnten. In Brandenburg soll die deutschlandweit agierende Bande für mindestens fünf Taten von Juni bis Juli verantwortlich sein. «Wir schauen, ob es bei den Fällen Parallelen gibt», sagte die Sprecherin der Brandenburger Polizei.

Zuletzt ist in Brandenburg ein Geldautomat in einer Filiale in Döbern (Landkreis Spree-Neiße) am 9. Juli gesprengt worden. Seitdem hat es keine Sprengungen mehr gegeben, wie die Polizei mitteilte. Ist die Bande weiter in Richtung Süden gezogen?

Neben der niederländischen Bande waren in Brandenburg weitere Gruppen von Automaten-Sprengern unterwegs. Im August gelang es den Ermittler, eine siebenköpfige Gruppe festzunehmen, die zwischen Februar 2014 und September 2017 unter anderem in Jüterbog (Teltow-Fläming) und Borkheide (Potsdam-Mittelmark) Geldautomaten gesprengt haben.

Nach jüngsten Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden im ersten Halbjahr 2018 deutschlandweit 187 Geldautomaten gesprengt. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es 140 Fälle. In Brandenburg wurden seit 2015 laut Polizei 64 Geldautomaten gesprengt.

In Sachsen-Anhalt war am Samstag ein 19-Jähriger gestorben, als ein Fahrkartenautomat explodierte. Die Polizei geht davon aus, dass der Hallenser an der Sprengung auf einem S-Bahnhof in seiner Heimatstadt beteiligt war.