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Geigers Quarantäne beendet: «Habe nichts zu verlieren»

Oberstdorf (dpa) – Aus der Corona-Isolation in die Skisprung-Arena: Flug-Weltmeister Karl Geiger ist rechtzeitig vor Beginn der 69. Vierschanzentournee aus der Quarantäne entlassen worden und kann am Montag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) nach knapp zwei Wochen Pause einen Kaltstart hinlegen. Auch der zweite PCR-Test fiel am Sonntagabend negativ aus; Geiger war in dieser Woche schon einmal negativ auf das Virus getestet worden. Alle Springer müssen vor der Tournee einen Corona-Test absolviert haben.

Am Sonntag beantwortete der 27-Jährige im deutschen Teamhotel bereits wieder die Fragen der Journalisten, nachdem er zuletzt nur Videobotschaften aus seiner Heimat geschickt hatte. Geiger sagte: «Ich habe zum Glück keinerlei Symptome entwickelt. Mir ging es sehr gut, von Anfang bis zum Ende der Quarantäne.» Er freue sich, nun wieder frische Luft schnappen zu können. Nur zwei Tage nach seinem Gold bei der Flug-WM wurde Geiger Vater einer Tochter, wiederum zwei Tage später folgte der positive Corona-Test. «Ich war schockiert und geknickt», schilderte Geiger.

An der Seite seines Zimmerkollegen Markus Eisenbichler kann Geiger nun ein Kandidat für eine Überraschung sein. «Ich weiß schon, dass ich mit guten Sprüngen auch ein Wörtchen mitreden kann. Ich werde auf Angriff gehen. Ich habe nichts zu verlieren», sagte Geiger. Seine letzten Flüge in Planica waren von Erfolg gekrönt: Auf Gold im Einzel folgte noch Silber im Quartett, bei dem Geiger von Bundestrainer Stefan Horngacher als Schlussspringer nominiert wurde.

Horngacher selbst sagt über Geigers Leistungsfähigkeit nach der Quarantäne: «Er hat ein bisschen eine Sprungpause gehabt. Die Situation war ähnlich wie bei der Skiflug-WM. Dem Karl ist immer alles zuzutrauen. Aber natürlich muss man schauen, wie er jetzt wieder reinkommt.» Aus der Rolle des Favoriten, die Horngacher zuvor bei Geiger gesehen hatte, sei der Allgäuer nun raus.

Nach Geigers positivem Test war das deutsche Skisprung-Team ohne den letztjährigen Gesamtzweiten in Engelberg angetreten. Die weiteren Athleten und Trainer wurden seither alle negativ getestet. Geigers Infektion war in diesem Winter der erste Corona-Fall bei den deutschen Skispringern, die ein striktes Schutzkonzept verfolgen, bei Siegerehrungen stets Masken tragen und sogar Teammeetings neuerdings via Zoom abhalten.