Gedenken an Penzberger Mordnacht

Zum Gedenken an die Penzberger Mordnacht sollen nächste Woche in der oberbayerischen Stadt Stolpersteine für die Opfer verlegt werden. Der Künstler Gunter Demnig werde am 27. April Messingplatten mit den Namen der von den Nationalsozialisten Getöteten vor deren einstigen Wohnungen verlegen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Seit 1996 wurden Zehntausende Stolpersteine auf Straßen und Gehwegen in zwei Dutzend Ländern verlegt.

In der Kleinstadt im Landkreis Weilheim-Schongau hatten in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945 Hitler-Anhänger 16 Menschen getötet. Zuvor hatte eine Gruppe um den Vormaligen Bürgermeister Hans Rummer die geplante Sprengung des Penzberger Bergwerks vereitelt, den von den Nazis eingesetzten Bürgermeister abgesetzt und versucht, eine friedliche Übergabe Penzbergs an die US-Truppen zu erreichen.

Rummer und sieben seiner Mitstreiter wurden in der Folge von den Nazis erschossen. Weitere acht Menschen, darunter eine schwangere Frau, wurden danach in einer «Strafaktion» ermordet. Die Penzberger Mordnacht wurde zum Begriff eines der grausamsten Verbrechen in der Endphase des untergehenden NS-Regimes.

Zunächst hatte sich Penzberg wie München und zuletzt Rosenheim gegen die Stolpersteine ausgesprochen, dann aber 2020 der Verlegung zugestimmt. Wegen Corona waren größere Gedenk-Veranstaltungen zuletzt ausgefallen. Am 28. April soll es erstmals eine größere Veranstaltung geben, mit einer Kranzniederlegung an den Ehrengräbern.

Im vergangenen Jahr hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich des Jahrestages bei einer digitalen Veranstaltung mit Schülern aus Penzberg diskutiert und dazu aufgerufen, sich weiter mit den Verbrechen des Nationalsozialismus zu beschäftigen. Wichtig sei, den Plädoyers derjenigen, die gerne einen Schlussstrich ziehen wollen, nicht zu folgen, mahnte der Bundespräsident.