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Fußball-Verband fordert Lösungen von Staatsregierung

München (dpa/lby) – Der Bayerische Fußball-Verband hat sich mit einem kritischen offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder sowie Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (alle CSU) gewandt. Dem Verband missfallen die jüngsten Entscheidungen der Staatsregierung in der Corona-Pandemie.

Dazu fordert der BFV «klare, angemessene und nachvollziehbare Regelungen», die «auch losgelöst von der Inzidenz und mit längerem zeitlichen Vorlauf vor der Rücknahme von Maßnahmen eine verlässliche Perspektive bieten».

Man sei «vom ersten Tag an ein verlässlicher Partner der Politik der Bayerischen Staatsregierung» gewesen, betont der BFV. «Wir sind nun allerdings an einem Punkt angelangt, der ein Ringen um Lösungen für die längst überfällige Rückkehr des bayerischen Amateurfußballs abseits der Öffentlichkeit unmöglich macht. Die jüngsten Entscheidungen der Staatsregierung werden den Interessen unserer Mitglieder in keiner Weise gerecht, ja, sie konterkarieren das ehrenamtliche Engagement förmlich und frustrieren diese so wichtige Säule für unser Gemeinwohl in Bayern», heißt es im Schreiben, das von Präsident Rainer Koch und zahlreichen Mitstreitern unterzeichnet ist.

Als ein Beispiel führt der BFV die neue Regelung an, wonach in Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 von Freitag an wieder bis zu 250 Zuschauer bei Sportevents im Freien dabei sein dürfen. «Während selbst bei einer Inzidenz von 0 nur maximal 20 Kinder unter 14 Jahren bzw. 10 Erwachsene trainieren dürfen, wird von diesem Freitag an gestattet, dass 250 Zuschauer Sportveranstaltungen besuchen dürfen. Können jetzt also 250 Zuschauer bei einem Training von 10 Spieler*innen zusehen? Wie passt das zusammen?», fragt der BFV.

«Der Frust bei den engagierten Menschen im Sport und im Amateurfußball erlangt dieser Tage eine neue Dimension – für jede einzelne Beschwerde, von denen uns täglich mehr erreichen, haben wir volles Verständnis. Anstatt klare, praxisnahe Regeln zu erlassen, die für jedermann verständlich sind und weniger unterschiedlichen Interpretationen unterliegen, erleben wir fast täglich ein neues Wirrwarr, das sich rational nicht mehr erklären lässt», bemängelt der Verband. Dieser fordert klare Regelungen und Lockerungen.

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