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Fürth in Spitzengruppe: Seguin findet wieder Torinstinkt

Fürth (dpa/lby) – Auf einmal ist die SpVgg Greuther Fürth ein Kandidat für den Bundesligaaufstieg. Mit drei Siegen am Stück verabschiedeten sich die Franken in die Länderspielpause. «Ich würde lügen, wenn es uns nicht glücklich machen würde. Es ist wunderbar, es sieht gut aus», befand Trainer Stefan Leitl nach dem überzeugenden 2:0 (2:0) am Samstag beim VfL Bochum und dem Kletter-Akt in die Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga.

Von Übermut sind die Fürther aber nach dem siebten Spieltag meilenweit entfernt. «Jetzt müssen wir mal den Ball flach halten», mahnte der treffsichere Mittelfeldspieler Paul Seguin in der ARD. «Wir spielen eine gute Runde, die Saison ist aber sehr lang.» Seguin wies darauf hin, dass es momentan «echt Spaß» mache. Die Spielvereinigung sei jedoch nur ein «kleiner Verein».

Dennoch lassen die Franken aufhorchen. Vor allem die erste Hälfte gegen die Bochumer stimmte den Fürther Coach zufrieden. «In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant», lobte Leitl. «Wir hätten zur Halbzeit höher führen müssen.»

Immerhin zwei Treffer erzielten die Gäste. Zunächst war Seguin (9. Minute) nach einer Vorlage von Sebastian Ernst erfolgreich. Mit seinem vierten Saisontor ist der Mittelfeldspieler nun genauso treffsicher in dieser Saison wie Stürmer Branimir Hrgota.

«Endlich ist er da», meinte Seguin vergnügt über seinen wiederentdeckten Torinstinkt. «Mein Vater hat mich immer kritisiert, dass ich Tore schießen muss, weil ich es immer getan habe. Mir ist das dann ein bisschen abhandengekommen.»

Noch im ersten Training unter Leitl musste Seguin sogar als Rechtsverteidiger ran. «Entweder ich spiele in der Mitte oder ich höre mit dem Fußball auf», erinnerte sich der Taktgeber schmunzelnd an seine Reaktion damals. Im Mittelfeld ist der frühere Dresdner und Wolfsburger für die Franken nun besonders wertvoll.

Beim zweiten Tor gegen Bochum tauschten Seguin und Ernst die Rollen. Seguin gab diesmal die Vorlage, Ernst (34.) vollendete. Julian Green scheiterte zudem noch mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Bochums Torhüter Manuel Riemann (14.).

«Meine Mannschaft hat das wirklich sehr gut gemacht», lobte Leitl den gesamten Auftritt, auch wenn die Bochumer in der zweiten Hälfte aktiver wurden. Die Hintermannschaft hielt dennoch das erste Zu-Null in dieser Saison. «Wir freuen uns über die aktuelle Situation», befand Leitl. «Ich hoffe natürlich, dass wir diese Form weiter behalten können.» Für die Wochen nach der Länderspielpause solle seine Mannschaft nun «Substanz aufbauen».