Der Rheinschwimmer Andreas Fath zeigt im Haus der Geschichte auf seinen Neoprenanzug., © picture alliance / dpa

Für den Gewässerschutz: Professor schwimmt die Donau entlang

Zu Beginn hat er sogar Begleitung: Der Chemieprofessor Andreas Fath möchte die Donau bis ans Schwarze Meer entlang schwimmen und so auf die Wasserverschmutzung der Flüsse aufmerksam machen. In Ulm ging es am Freitag offiziell los und Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) stieg mit ins Wasser, um Faht auf den ersten Metern zu begleiten.

Nächste Station des Dozenten der Hochschule Furtwangen im Schwarzwald ist Günzburg in Schwaben. Seine Schwimmreise führt den Professor durch ganz Bayern und neun weitere Länder bis an die Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Ministerin Walker nannte die Schwimmaktion in Ulm ein «beeindruckendes Vorhaben». Sie freue sich zudem, dass die Aktion der Umweltverschmutzung Aufmerksamkeit verschaffe, aber auch die Donau als Lebensader und Kulturraum zeige.

Fath betonte, er sehe die Aktion vor allem als Mittel, um auf die Verschmutzung der Gewässer aufmerksam zu machen. Bei seiner Reise wird der 57-Jährige von einem Team begleitet, das an den täglichen Stationen Workshops, Vorträge und Flussreinigungsaktionen anbieten wird. Während der auf drei Monate angelegten Schwimmaktion möchten Fath und seine Mitstreiter zudem täglich Wasserproben nehmen und so Erkenntnisse über die Qualität des Donauwassers gewinnen. Am Neoprenanzug von Fath ist dazu ein sogenannter Passivsammler angebracht, der Fremdstoffe im Wasser ermitteln soll.

Fath selbst fürchtet den Müll und die Verschmutzung des Flusses während seiner täglich bis zu acht Stunden im Wasser weniger. Durch den Neoprenanzug seien 95 Prozent seiner Körperoberfläche geschützt, sagte der ehemalige Leistungsschwimmer. Zudem werde er Ballungsräume bei seinen Schwimmetappen meiden.

Dennoch befinden sich in der Donau laut den Projektteilnehmern erhebliche Müllmengen. Ihren Angaben zufolge schwemmt der Fluss täglich bis zu vier Tonnen Plastik ins Schwarze Meer. Einige der Länder entlang der Donau hätten weder funktionierende Pfandsysteme noch wirksame Müllvermeidungsstrategien. Dies möchte Fath mit seiner Schwimmaktion über 2700 Kilometer in den Fokus rücken und auch mögliche Lösungen aufzeigen.

Den Fortschritt der Schwimmaktion sowie die Werte der Wasserproben können Interessierte auf Internetseite des Projekts verfolgen. Die Mündung zum Schwarzen Meer in Rumänien möchte der Professor am 17. Juni erreichen. Sollte er an einem Tag mal langsamer sein als geplant, müsse er das an den folgenden Tagen wieder reinholen, erklärte Fath. Das Rückflugticket für den 19. Juni habe er bereits gebucht.

Der Hochschullehrer verbindet nicht zum ersten Mal Wissenschaft und Extremsport. Der aus Speyer in Rheinland-Pfalz stammende Fath schwamm bereits im Jahr 2014 über Tausende Kilometer den Rhein entlang, um auf den Gewässerschutz aufmerksam zu machen.