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Fünf Tage Streik geplant: Bahn legt Angebot vor

München (dpa/lby) – Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen sollen auch in Bayern Züge wegen des Streiks der Lokführer ausfallen – diesmal soll der Ausstand gleich fünf Tage andauern. Die Deutsche Bahn versuchte aber am Mittwoch, den Streik mit einem verbesserten Angebot an die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) doch noch abzuwenden. Die Gewerkschaft äußerte sich zunächst allerdings nicht.

Der Sprecher des Bezirks Bayern der GDL, Erik Großmann, hatte zuvor gesagt: Man habe sich deshalb für einen so langen Streik entschieden, «um nochmal zu zeigen, welche Stärke wir haben und dass wir viele Mitglieder als Rückhalt haben». Die Bahn stellt einen Ersatzfahrplan, dennoch werde Regional- und Fernverkehr stark beeinträchtigt sein.

Am Mittwochabend teilte die Bahn mit, zentrale Forderungen der Gewerkschaft erfüllen zu wollen. Sie bot eine Corona-Prämie von 400 bis 600 Euro – je nach Entgeltgruppe – und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten. Weiterhin bietet die Bahn 3,2 Prozent mehr Gehalt in zwei Stufen. Beide Seiten sind aber darüber uneins, wann diese Stufen greifen sollen. Noch vor dem Angebot hatte Großmann vom GDL Bezirk Bayern gesagt, wenn die Bahn ein Angebot mache, das man nicht ablehnen könne, sei eine Verkürzung des Streiks eine Möglichkeit.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ihre Mitglieder aufgerufen, im Personenverkehr von Donnerstag, 2.00 Uhr, bis Dienstag, 2.00 Uhr, die Arbeit niederzulegen. Im Güterverkehr hatte der Ausstand schon am Mittwochnachmittag um 17 Uhr begonnen.

Der geplante Ausstand betrifft den Freistaat genauso wie den Rest Deutschlands. Im Fernverkehr soll laut Bahn rund ein Viertel des normalen Fahrplans gefahren werden. Für den Regionalverkehr peilt die DB wie in den vergangenen beiden Streiks etwa 40 Prozent des Zugverkehrs an. Hier gibt es Ersatzfahrpläne, die jeweils am Vortag veröffentlicht und online oder in der App DB Navigator eingepflegt werden sollen. Auch die Münchner S-Bahn ist betroffen, hier sollen die Züge mindestens im Stundentakt, auf einigen Linien auch im 20- bis 40-Minuten-Takt fahren.

Bei Privatbahnen wie Agilis, Länderbahn, Bayerischer Oberlandbahn oder Bayerischer Regiobahn wird nicht gestreikt. Es könne aber sein, dass es auch hier an der ein oder anderen Stelle Auswirkungen gebe, wenn Fahrdienstleiter der DB streiken, sagte Großmann von GDL Bayern. So kommt es auf den Strecken Augsburg-Landsberg und Augsburg-Füssen der Bayerischen Regiobahnen zu Zugausfällen und Busnotverkehr. Agilis und Länderbahn rechneten damit, dass es – wie bei den vergangenen beiden Streiks – keine Auswirkungen gibt.

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