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Freiwillige vor: Bayerns Klimapakt geht in nächste Runde

München (dpa/lby) – Bayerns Umwelt- und Klimapakt geht in die nächste Runde: In der Staatskanzlei in München unterzeichneten am Donnerstag Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Vertreter der Wirtschaft die Fortschreibung des seit 1995 bestehenden Pakts, der auf freiwilliges Engagement von Unternehmen zum Schutz von anfangs nur Umwelt und inzwischen auch des Klimas setzt. «Die bayerische Wirtschaft ist nicht nur an der Gewinnmaximierung interessiert, sondern ist bereit und engagiert in Projekten der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes», sagte Söder bei der Unterzeichnung. Er sei froh, dass die Tradition, die Bayern bisher immer gut getan habe, fortgesetzt werde. Mehr als 700 Unternehmen hätten sich bereits eingebracht, rund 2800 Projekte seien so umgesetzt worden.

Söder betonte, dass der Klimaschutz eine Jahrhundertaufgabe und gerade für Bayern eine der drängendsten Fragen überhaupt sei. Er sei sich aber auch sicher, dass mit Umwelttechnologie auch Wertschöpfung möglich sei. Als Beispiele nannte er energetische Sanierungen und moderne Motoren. Eine gute Balance zwischen Ökologie und Ökonomie sei wichtig für Klima und Umwelt und den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Der Pakt gilt immer für fünf Jahre und wurde von der Staatsregierung, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag und dem Bayerischen Handwerkstag unterzeichnet. «Die Wirtschaft ist beim Umwelt- und Klimaschutz vor allem Teil der Lösung und nicht Teil des Problems», sagte vbw Präsident Wolfram Hatz. Der Pakt basiere auf dem Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren, dabei aber ausdrücklich auch den Standort zu stärken. Kritik kam dagegen von der SPD im Landtag: Es sei zwar gut, dass die Wirtschaft bereit sei, Verantwortung zu übernehmen – ohne ein Klimaschutzgesetz blieben solche Pakte aber «pure Show», sagte Florian von Brunn.