Freisinger Bischofskonferenz: Herbstvollversammlung beginnt

In München startet am Dienstag die Herbstvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz. Der gerade zurückgetretene Bamberger Erzbischof Ludwig Schick werde die Gelegenheit nutzen, sich bei einem gemeinsamen Abendessen von seinen Bischofskollegen zu verabschieden, sagte sein Sprecher. An den Beratungen werde dann aber der Diözesanadministrator, Weihbischof Herwig Gössl teilnehmen, der die Aufgaben des Bamberger Erzbischofs bis zur Ernennung eines Nachfolgers übernimmt.

Bei dem Treffen in München wollen die katholischen Bischöfe in Bayern sich mit Themen wie der Ökumene und der Jugendarbeit befassen. Es soll außerdem um Schulen, den Religionsunterricht und die katholischen Hochschulen im Freistaat gehen.

Hintergrund ist vor allem die finanzielle Situation der bayerischen Diözesen, die in Zeiten sinkender Kirchensteuereinnahmen alle deutlich sparen müssen. Dazu gibt es in den einzelnen Bistümern unterschiedliche Pläne. Das Erzbistum München hat angekündigt, sich vor allem die Immobilien anzuschauen unter der Fragestellung, ob diese auch anders als bislang genutzt werden können.

Auch wenn sie nicht auf der Tagesordnung stehen, dürften auch die Themen, die die katholische Kirche insgesamt in Deutschland derzeit umtreiben, bei der Versammlung eine Rolle spielen: der Reformprozess Synodaler Weg und der Missbrauchsskandal um sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche.

Der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, will zum Abschluss der Tagung am Donnerstag über die Ergebnisse informieren. Auch die kommissarische Leiterin des Katholischen Büros Bayern, Bettina Nickel, wird dabei sein. Sie hatte die Aufgabe von Prälat Lorenz Wolf übernommen, nachdem dieser als Konsequenz aus seiner Rolle bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Erzbistum München und Freising im Frühjahr seinen Rücktritt erklärt hatte. Das Büro gilt als Schnittstelle zwischen Politik und katholischer Kirche im Freistaat.