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Frau soll Ehemann getötet haben und will aussagen

München/Tegernsee (dpa/lby) – Eine Frau steht in München vor Gericht, weil sie ihren Mann getötet und seine Urne auf dem Friedhof ausgegraben haben soll. Sie ist wegen Mordes und Störung der Totenruhe angeklagt – und kündigte zum Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht München II eine Aussage an: «Am liebsten würde ich alles von A bis Z sagen.»

Dazu kam es aber zunächst nicht, weil ihr Verteidiger sich darüber beklagte, neue Akten noch nicht habe einsehen zu können. Die Aussage seiner Mandantin könne darum frühestens am zweiten Verhandlungstag stattfinden. Aus Akten, die der Vorsitzende Richter verlas, ging allerdings hervor, wie die Angeklagte die Sachlage womöglich darstellen wird: Ihr Mann habe sich selbst umgebracht.

Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Krankenschwester dagegen vor, ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung in Tegernsee mit Insulin und Morphium getötet zu haben. Das mutmaßliche Motiv formuliert die Anklagebehörde so: «Die Angeschuldigte hatte entschieden, dass ihr Ehemann, von dem sie lange Jahre in erheblichem Ausmaß finanziell profitiert hatte, ihr nun zu nichts mehr nütze sei.»

Später soll die Witwe das Urnengrab ihres Mannes aufgebohrt und die Urne mitgenommen haben. Einen Teil der Asche habe sie in ein Glas, den Rest in den Bezug ihres Kopfkissens gefüllt, heißt es von der Anklagebehörde. Als Nebenkläger in dem Verfahren sind die drei Kinder des Toten zugelassen. Nach Gerichtsangaben sind insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach Anfang November fallen.