© Peter Kneffel

Franz Herzog von Bayern mit Eugen-Biser-Preis geehrt

München (dpa/lby) – Franz Herzog von Bayern ist in München mit dem Eugen-Biser-Preis ausgezeichnet worden. Das Oberhaupt des Hauses Wittelsbach war Weggefährte des 2014 gestorbenen Religionsphilosophen und ein Förderer dessen Werkes. Der 86-Jährige war 2002 Gründungsmitglied der Eugen-Biser-Stiftung und bis 2013 deren Schirmherr. Die Stiftung setzt sich für interkulturellen und interreligiösen Dialog ein – vor dem Hintergrund jüngster antisemitischer und rechtsterroristischer Gewalt eine aktuelle und relevante Aufgabe, waren sich die Festredner am Montagabend einig.

Als Kunstsammler würdigte Franz von Bayern unter anderem die «Weite der Interessen» Bisers, auch für die Kunst. Zudem habe Biser eine «Angstfreiheit des Denkens» ausgezeichnet. «Wenn man sich an Biser hält, kann man gelassen in die Zukunft gehen.»

Als einer der Festredner unterstrich auch Richard Heinzmann, Ehrenvorsitzender der Stiftung, den Kunstsinn Bisers. Diesem zufolge gehe es auch bei großen Kunstwerken um letzte Fragen menschlicher Existenz. So sei Biser auch von der Existenz eines musikalischen Gottesbeweises überzeugt gewesen.

Biser trat in seiner Theologie für Werte wie Toleranz und die Freiheit des Individuums ein. Er rückte das Bild des bedingungslos liebenden – nicht strafenden – Gottes ins Zentrum seines Werkes. Der Preis wird von der Eugen-Biser-Stiftung seit 2003 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Zu den Preisträgern zählen die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, und der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Karl Kardinal Lehmann.