Flüchtlingsfamilie bringt Weißbüscheläffchen mit

Ein Weißbüscheläffchen aus der Ukraine hat in der Auffangstation für Reptilien in München ein neues Zuhause gefunden. Das Tier sei von einer vor dem Krieg geflüchteten Familie nach München mitgebracht und schließlich freiwillig abgegeben worden, berichtete eine Sprecherin der Einrichtung am Mittwoch.

Die Hintergrundgeschichte des kleinen, etwa zwei Jahre alten Äffchens sei jedoch eine tragische: noch als kleiner Säugling wurde das Tier demnach von einem Bettler in der Ukraine zum Verkauf angeboten. Aus Mitleid kaufte die Familie das Jungtier und zog es anschließend mit der Flasche bei sich zu Hause auf. Das inzwischen erwachsene Weißbüscheläffchen sei somit vollkommen falsch sozialisiert und isoliert von Artgenossen aufgewachsen, erläuterte die Sprecherin.

Leider komme dies in Ländern wie Russland und der Ukraine immer noch sehr häufig vor. Exotische Haustiere erfüllten dort einen bestimmten Status-Anspruch und seien relativ weit verbreitet.

Das Team der Münchner Auffangstation taufte den Affen aus der Ukraine auf den Namen Hilde. Mit dem Tier seien jedoch enorme Kosten für Untersuchungen und den Unterhalt verbunden, hieß es. Langfristig hoffe man, das Tier mit einem oder mehreren passenden Artgenossen vergesellschaften zu können.