Szene aus Rabiye Kurnaz vs. George Bush © NDR/Pandora Film, © © NDR/Pandora Film/NDR/Pandora Film/obs

Film-Friedenspreis für Regisseur Andreas Dresen

Für «Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush» erhält Regisseur Andreas Dresen den nationalen Friedenspreis des Deutschen Films «Die Brücke». In der Verfilmung einer wahren Geschichte kämpft Deutsch-Türkin Kurnaz für die Freilassung ihres Sohnes aus dem Gefangenenlager Guantánamo. «Dresen hat das filmische Wunder vollbracht, dieses Drama unprätentiös mit Humor zu würzen», begründete die Jury ihre Entscheidung. Er verbinde einen beklemmenden Gerechtigkeitskampf mit einer «amüsanten Milieustudie im deutsch-türkischen Sprachmischmasch». Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert.

Der internationale Friedenspreis des Deutschen Films geht in diesem Jahr an die französische Filmemacherin Catherine Corsini für ihren Film «In den besten Händen». «Corsini greift in ihrem Film brandaktuelle Themen wie den Pflegenotstand und die Spaltung der Gesellschaft auf», heißt es in der Mitteilung vom Montag. Auch hier überzeugte der Genremix: Eigentlich Drama, arte der Film «zu einem wild gewordenen Slapstick-Szenario» aus. Corsini erhält mit der Auszeichnung ebenfalls 7500 Euro.

3000 Euro und den Spezialpreis gibt es für die ukrainische Regisseurin Maryna Er Gorbach und ihren Film «Klondike». Es ist das Familiendrama einer Hochschwangeren und ihres Mannes in ihrem zertrümmerten Haus am ostukrainischen Kriegsschauplatz Donezk im Jahr 2014.

Der Friedenspreis des Deutschen Films ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Er wird seit 2002 vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds verliehen, in Erinnerung an den Filmemacher Bernhard Wicki und seinen Antikriegsfilm «Die Brücke». Die diesjährige Preisverleihung findet am 21. Juni im Cuvilliéstheater in München statt.