© Nicolas Armer

Fichtenzapfenernte im Fichtelgebirge

Fichtelberg (dpa/lby) – Die Pflücker klettern 30 Meter hoch in die Bäume, um die Zapfen einzusammeln: Im Fichtelgebirge hat die Fichtenzapfenernte begonnen. Und die dürfte heuer üppig ausfallen. «Die Bäume haben trotz der Trockenheit geblüht wie schon lange nicht mehr», sagte Andreas Büchner, Leiter des Pflanzgartenstützpunkts Bindlach (Landkreis Bayreuth) in Oberfranken. In den kommenden Tagen sollen rund 750 Kilogramm Zapfen eingefahren werden. Diese Menge ergebe ungefähr 25 Kilogramm Saatgut. Daraus könnten in den Baumschulen wiederum etwa 1,3 Millionen Pflanzen gezogen werden.

Die speziell ausgebildeten Pflücker müssen die geschlossenen Zapfen rechtzeitig in den Bäumen ernten, weil die Samen sonst irgendwann zu Boden fallen und mit dem Wind in alle Himmelsrichtungen geweht werden. In flacheren Gegenden, wo es im Sommer besonders trocken war, musste die Ernte deswegen vorzeitig abgebrochen werden. «In den Zapfen war einfach nichts mehr drin», erklärte Büchner.

In Zeiten des Klimawandels setzen viele Forstwirte zunehmend auf andere Baumarten. «Die Fichte braucht mehr Niederschlag und Feuchtigkeit als zum Beispiel die Eiche», sagte Philipp Bahnmüller von den Bayerischen Staatsforsten. Wegen ihrer flachen Wurzeln sei sie außerdem sturmanfällig. «Und die Fichte hat einen Gegenspieler: den Borkenkäfer.» Der profitiere von den warmen Temperaturen.