© Jens Wolf

Festnahme im Missbrauchskomplex Münster in Regensburg

Münster/Regensburg (dpa) – Im Missbrauchskomplex Münster hat die Polizei einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen. Der 33-Jährige wurde am Mittwoch in Regensburg in Bayern gefasst, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten. Die Beamten durchsuchten seinen Wohnort und seinen Arbeitsplatz und identifizierten einen Tatort von schweren sexuellen Missbrauchshandlungen. Außerdem stellten sie weitere Datenträger sicher.

Ausgangspunkt war die Auswertung sichergestellter Beweismittel der Ermittlungskommission «Rose» in Münster. Die Ermittlungen zu dem missbrauchten Kind führen laut Mitteilung ins europäische Ausland. Das Verfahren wird von den Behörden in Regensburg weitergeführt.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Tatkomplexen sexueller Gewalt gegen Kinder in Nordrhein-Westfalen, die seit dem Jahr 2019 aufgedeckt wurden. Ausgehend von Ermittlungen in einer heute abgerissenen Gartenlaube gegen einen 28-jährigen Hauptangeklagten waren große Netzwerke mit zahlreichen Beteiligten und einer Vielzahl von Opfern ans Licht gekommen. Etwa 30 Kinder sollen in dem Gesamtkomplex Opfer geworden sein. Es laufen bislang Verfahren gegen etwa 50 Tatverdächtige, von denen rund 30 in Untersuchungshaft sitzen. Am Dienstag will das Landgericht Münster im Hauptprozess die Urteile verkünden.

© dpa-infocom, dpa:210702-99-235298/2