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Festival Politik im Freien Theater: Einmischen erwünscht

München (dpa) – Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn ermuntert Theater zur Einmischung in gesellschaftliche Debatten. «Institutionen sollen auch Haltung zeigen. Es wäre ein fatales Missverständnis, neutral zu sein», sagte der Leiter der bpb anlässlich des Festivals Politik im Freien Theater. Es beginnt am Donnerstag in München und wird von der bpb, den Münchner Kammerspielen und dem Verein Spielmotor organisiert.

«Verhaltensweisen, die den verfassungsrechtlichen Rahmen sprengen wie offener Rassismus, können durchaus als solche markiert werden», sagte Krüger. Theater müssten Flagge zeigen, da gerade dort zeitgenössische Fragen reflektiert würden. Außerdem forderten sie heraus, selbst aktiv zu werden.

In München hatte es im Sommer Diskussionen gegeben. Die Kammerspiele, das Münchner Volkstheater und mehr als 100 andere Organisationen hatten zur Demonstration «#ausgehetzt» aufgerufen, in der unter anderem die Flüchtlingspolitik der CSU kritisiert wurde. Die Partei sah die parteipolitische Neutralität der städtisch finanzierten Einrichtungen verletzt und forderte ein Demonstrationsverbot für Theater.

Das Motto des diesjährigen Festivals ist «reich», auch wegen des Veranstaltungsortes. «München ist die exklusivste Stadt», betonte Krüger. Man zahle die höchsten Mieten und verdiene mehr für denselben Job als in anderen Städten. Gleichzeitig gebe es starke soziale Ungleichheiten. Bis zum 11. November stehen im Zentrum des Festivals 14 Stücke freier Theater aus Deutschland und anderen Ländern, darunter She She Pop oder Rimini Protokoll.