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Nürnberg mit hohem Verlust, Hecking: «Erstklassig spielen»

Nürnberg (dpa/lby) – Die Corona-Krise hat den 1. FC Nürnberg hart getroffen. Wie die Franken auf ihrer Jahreshauptversammlung mitteilten, verzeichnete der Traditionsverein aus der 2. Fußball-Bundesliga im Geschäftsjahr 2020/21 einen Verlust in Höhe von 9,4 Millionen Euro nach Steuern. «Ein großer Einbruch und ein Schritt nach hinten», kommentierte Finanz-Vorstand Niels Rossow am Samstag das negative Ergebnis. Nach der Saison 2019/20 hatte der «Club» noch einen Überschuss von 1,8 Millionen Euro gemeldet.

Das Eigenkapital verringerte sich dadurch von 10,4 auf 1,0 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 19,4 Millionen Euro auf 35,8 Millionen Euro. «Der Rückgang ist im Wesentlichen auf pandemiebedingt entfallende Erlöse in den Bereichen Spielbetrieb, Transfererträge und Werbung sowie auf reduzierte TV-Gelder zurückzuführen», sagte Rossow über das «äußerst herausfordernde Geschäftsjahr».

Auch aus sportlicher Sicht war die Saison, in der die Franken lange gegen den Abstieg gekämpft hatten, «keine einfache», wie Sport-Vorstand Dieter Hecking in seiner Rede erklärte. Es sei dennoch richtig gewesen, an Trainer Robert Klauß festgehalten zu haben. «Der Trainer stand für mich nie zur Diskussion», sagte Hecking.

In der laufenden Spielzeit, in der der «Club» nach neun Spieltagen Platz fünf belegt, wolle man sich nach vorne ausrichten. «Und irgendwann erstklassig spielen», formulierte Hecking als vages Ziel.

Neben der Vision Bundesliga verfolgt Nürnberg auch weiterhin jene eines neuen Stadions. Der Verein sei mit der Stadt in engem Austausch, berichtete Rossow. «Wir brauchen eine neue Infrastruktur mit einem neuen Stadion. Mit dem jetzigen Max-Morlock-Stadion ist es nicht zu schaffen, ein etablierter Erstligist zu werden», sagte der Finanz-Vorstand.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr, in dem man nicht von einer pandemielosen Saison ausgehen könne, prognostizierte der Funktionär erneut einen Verlust. «Aber nicht in der Höhe wie dieses Jahr», sagte Rossow und setzte sich als Ziel, «mit voller Inbrunst» gegen eine gesellschaftliche Entfremdung des Fußballs vorzugehen.

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