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«Einfach bitter»: FC Ingolstadt unter Nouri weiter sieglos

Kiel (dpa/lby) – Die Verärgerung über den vergebenen Dreier nahmen die Ingolstädter auf die mehr als 600 Kilometer weite Rückreise aus Kiel mit. Das Schlusslicht aus Oberbayern stand am Samstag kurz vor dem ersehnten Premierenerfolg für Trainer Alexander Nouri in der 2. Fußball-Bundesliga. Bei Holstein Kiel mussten sich die Schanzer trotz einer 2:0-Führung und langer Überlegenheit mit einem 2:2 begnügen.

«Wir haben sehr viel investiert, waren aktiv und leidenschaftlich», befand Nouri nach seinem zweiten Punkt als FCI-Coach im sechsten Spiel. «Wir waren kurz davor, aber am Schluss müssen wir mit einem Punkt leben. Schade, dass wir den mitgereisten Fans hier keinen Sieg schenken konnten.»

In einer zunächst zerfahrenen Partie wirkten die vom ehemaligen Kieler Nouri trainierten Gäste bissiger und zielstrebiger. Daraus resultierten in der ersten Hälfte auch einige Chancen, die aber Holstein-Torhüter Kenneth Kronholm zunichte machte. Phil Neumann (56. Minute) und Frederic Ananou (61.) ließen den FCI nach dem Wechsel mit ihren Toren auf den ersten Dreier seit Ende August hoffen. «Wir haben ein super Spiel gemacht, waren überlegen und Kiel war quasi ohne Chance», resümierte Neumann. «Daran müssen wir festhalten.»

Es gab eine entscheidende Einschränkung: Die Führung ließ die Ingolstädter unachtsam werden. «Wir haben als Mannschaft einen Schritt zu wenig gemacht, die Aggressivität in den Zweikämpfen verloren. So baust du einen Gegner auf», sagte Ananou.

So war es auch. Kingsley Schindler erzielte per Foulelfmeter den Anschluss, ehe Stefan Thesker ganz spät die Kieler vor der ersten Heimniederlage dieser Saison bewahrte. «Wir haben die Bälle vorne nicht mehr gut festgemacht, zu viele Chancen zugelassen, dann war es nur eine Frage der Zeit bis zum Ausgleich», sagte Neumann.

Für Kapitän Marvin Matip war das Remis «mit ein wenig Abstand ein Punkt für die Moral. Aber direkt danach überwiegt natürlich die Enttäuschung. Wir lassen 70 Minuten lang nichts zu, kassieren dann den Anschluss, das ist nach dieser super Leistung der ganzen Mannschaft einfach bitter.»

Ein weitaus positiveres Fazit wollen die Schanzer am kommenden Sonntag nach dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld ziehen. Vor der Länderspielpause muss der FCI endlich mal wieder gewinnen. Einen Ratschlag dafür hatte Torschütze Neumann parat: «Wir müssen wach bleiben bis zur letzten Sekunde, bis zur letzten Situation.»