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Düsseldorf erkämpft ein 3:3 in München

München (dpa) – Der Bayern-Absturz geht weiter. Beim 3:3 (2:1) gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf verspielte der Serienmeister der letzten sechs Spielzeiten zweimal einen Zwei-Tore-Vorsprung. Mann des Tages in der mit 75 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena war Fortuna-Stürmer Dodi Lukebakio, der alle drei Treffer für die Fortuna erzielte (44./77./90.+3 Minute). Die Krönung war der Treffer in der Nachspielzeit. Fassungslos standen die Münchner Fußballer nach dem Abpfiff und der verspielten 3:1-Führung vor der lautstark pfeifenden Fankurve. Der Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund erhöhte sich auf neun Punkte!

Bis zum Düsseldorfer Happy-End sah es nach einem großen Tag für Thomas Müller aus. Der vor dem Anpfiff für 100 Länderspiele ausgezeichnete Nationalspieler glänzte als Doppeltorschütze (20./55. Minute). Das 1:0 für die defensiv weiter instabilen und leichtfertig agierenden Münchner erzielte Nationalspieler Niklas Süle (17.).

Niko Kovac machte vor dem Anpfiff eine klare Ansage. Er bewertete das erste Saisondrittel als «unterdurchschnittlich». Das müsse man «für Bayern-Verhältnisse» so sagen, sagte der Trainer bei Sky: «Jetzt haben wir das zweite Drittel, das muss überdurchschnittlich werden.»

Gegen Düsseldorf war wenig überdurchschnittlich, am ehesten Müller, der sich mit hohem Aufwand und Effektivität aus seiner persönlichen Schaffenskrise befreien konnte. Die ersten drei Minuten gehörten den Gästen, die forsch begannen. Lukebakio, der die Nationalspieler Süle und Jérôme Boateng immer wieder narrte, prüfte Nationaltorhüter Manuel Neuer gleich mal mit einem scharfen Flachschuss (1.).

Danach wurde es einseitig: Die Bayern hatten den Ball, aber sie brauchten einige Zeit, um spielerische Lösungen zu finden. Tor Nummer eins entsprang keiner Kombination, sondern einem Eckball: Im Strafraum fiel Süle der Ball vor die Füße, und der Innenverteidiger schloss gedankenschnell aus der Drehung mit dem linken Fuß ab.

Was in dieser Saison bislang selten gelang, glückte den Münchnern danach – sie legten flott nach. Einen langen Ball von Boateng nahm Müller mit einem Luftsprung an und spitzelte ihn am herausspringenden Torwart Michael Rensing vorbei ins Tor. 2:0.

War’s das schon? Früher ja, in Zeiten der Kovac-Bayern nein. Der im Abschluss glücklose Robert Lewandowski kam zweimal aussichtsreich zum Abschluss, die Bälle rauschten vorbei (34./38.). Und plötzlich jubelten die Gäste: Boateng verteidigte schlecht gegen Jean Zimmer, dessen Zuspiel erreichte Lukebakio, der abstaubte. Die Bayern haben auch die Qualität verloren, zu Null spielen zu können.

Spielwitz, Dynamik und Automatismen blitzten beim BVB-Jäger weiter nur gelegentlich auf. Etwa beim 3:1, als Lewandowski wunderbar den Ball für Müller auflegte, der von der Strafraumgrenze mit links ins lange Eck abschloss. Ein Doppelpack war Müller in der Liga zuletzt im Januar dieses Jahres beim 4:2 gegen Bremen geglückt.

3:1. War’s das diesmal? Nein. Lukebakio lief Süle nach einem langen Ball davon und überwand Neuer ein zweites Mal. Und Lukebakio schockte die Bayern noch einmal. Wieder enteilte er Süle nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte und schloss überlegt zum 3:3 ab.