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Corona-Fall bei FC Augsburg – «Glücksspiel» Omikron-Variante

Augsburg (dpa/lby) – Im windigen Augsburg leitete Markus Weinzierl mit Wollmütze auf dem Kopf den Trainingsstart seines dezimierten Kaders nach der Mini-Winterpause. Die Omikron-Variante könnte nach Einschätzung des Trainers vom FC Augsburg die Rückrunde der Fußball-Bundesliga zu einer mächtigen Herausforderung machen. «Das ist ein Fakt, auch für die nächsten Wochen. Fußball ist immer ein Glücksspiel, aber das kommt jetzt noch dazu», meinte Weinzierl mit Blick auf die als sehr ansteckend geltende Variante des Coronavirus.

«Es wird in den nächsten Wochen alle treffen. Es wird da unterschiedliche Glücksfaktoren geben. Ich hoffe, dass wir verschont bleiben und nicht zuviel Pech haben», sagte Weinzierl weiter und sieht viel Flexibilität gefordert. «Wir müssen die Probleme lösen, wie sie kommen und improvisieren. Das haben wir in den letzten sechs Monaten häufiger getan.»

Weinzierl musste viel improvisieren in der Hinrunde, die seine Mannschaft nach einer starken Schlussphase mit 18 Punkten noch auf Tabellenplatz 15 abschloss. Das lag an Verletzungen, aber auch an dem Coronavirus. So verpasste Ersatztorwart Tomas Koubek gleich die Einheit am Donnerstag nach einem Positivbefund. Bei Reece Oxford, Niklas Dorsch und Daniel Klein waren Testergebnisse nicht eindeutig.

Abgesprochen musste Weinzierl bei der ersten Einheit, die eine gute Stunde dauerte, auch auf die Südamerikaner Iago, Carlos Gruezo und Sergio Cordova verzichten. Sie steigen erst am Montag ins Training ein. Ebenfalls am Montag oder Dienstag soll Alfred Finnbogason wieder mit seinen Kollegen arbeiten. Abseits der Gruppe absolvierte er ein individuelles Programm – Sturmkollege Florian Niederlechner war zum Start auf dem Rasen hingegen gleich mit von der Partie. Das Duo war in der Hinrunde von Verletzungen ausgebremst worden.

«Beide sind unheimlich wichtige Spieler, die uns sehr gefehlt haben. Beide haben wirklich ein Halbjahr hinter sich, wo es gut ist, dass ein neues Jahr beginnt. Ich hoffe, dass sie fit bleiben und einen guten Eindruck machen», sagte Weinzierl und erhofft sich von den Angreifern «mehr Durchschlagskraft».

Für den Rückrundenstart am 8. Januar (15.30 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim wären die Stürmer wichtig. Ebenso wie Innenverteidiger Felix Uduokhai, der beim Auftakt das Programm mitmachen konnte. Er hatte weite Teile der Hinserie verpasst – zuletzt wegen eines positiven Corona-Tests.

«Wir haben uns den Problemen gestellt», meinte Weinzierl über die komplizierte Hinserie. «Wir sind schwer in die Saison gekommen, haben aber in den letzten Wochen sehr sehr aufsteigend agiert und gut gepunktet. So muss es aber von Anfang an sein.»

Ob noch Neue kommen? Die Frage müsse Manager Stefan Reuter beantworten, meinte Weinzierl lachend. «Ich bin zuversichtlich mit dem Kader. Ich bin froh, wenn alle fit sind, das hat uns wehgetan in der Vorrunde. Wenn du ständig improvisieren, wechseln musst und dir viele Spieler fehlen, ist das nicht optimal.» So könnte es aber in der Rückrunde weitergehen.

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