© Sebastian Gollnow

Evangelische Kita in Schönwald in der Kritik: Das sind die Vorwürfe

Eine Anzeige bei der Polizei ist wohl nur die Spitze des Eisbergs, was in der evangelischen Kita in Schönwald vorgefallen ist. Hintergrund: Eine Mutter hat Anzeige bei der Polizei Marktredwitz erstattet. Ihrer Tochter sei die Windel nicht gewechselt worden, sodass diese blutige Stellen am Po erlitten habe. In vertraulichen Gesprächen mit Radio Euroherz kritisieren Betroffene von Eltern- und Erzieherseite unter anderem den Umgang mit den Kindern in der Einrichtung.

Nach unseren Informationen seien Kinder oft unbeaufsichtigt gelassen worden, zum Beispiel weil die Erzieher Besprechungen hatten. In bestimmten Fällen hätten sich Kinder verletzt, die Erzieher sollen das aber nicht gemeldet haben, bis die Eltern die Kinder abgeholt haben. Spielzeug soll weggesperrt worden sein. Es habe keinen Mittagsschlaf für die Größeren gegeben. Sogar von zugesperrten Brandschutztüren ist in den vertraulichen Gesprächen die Rede. Kinder seien zudem wenn überhaupt nur sehr spät gewickelt worden.

Erzieher kritisieren jedoch auch die Arbeitsatmosphäre in der Kindertagesstätte. Betroffene berichten, Ziel sei es gewesen Kollegen schlecht zu machen. Als Tagesordnung bezeichnet das eine Betroffene. Man sei regelmäßig ins Büro der Leitung gerufen worden und habe Anschuldigungen über sich gehört. Es sei mit Abmahnung gedroht worden, bis hin zur Bitte zu kündigen, dann würde es dem Kindergarten besser gehen. So hätten im Laufe der Jahre viele gute Personalleute die Kita verlassen. 2019 habe es einen Elternabend gegeben, an dem sich Eltern zusammengetan haben und die Missstände angesprochen haben. Gebessert habe sich nichts. Im Gegenteil: Eine ehemalige Vertreterin des Trägers habe die Eltern sogar beschimpft. Auch Gespräche mit Bürgermeister Klaus Jaschke seien scheinbar ohne Erfolg geblieben.

Nach Informationen von Radio Euroherz soll der Diakonieverein Schönwald seine Arbeit Ende August beenden und ein neuer Träger gefunden werden. Der Landkreis Wunsiedel will sich weiter nicht äußern, da der Bescheid schriftlich noch nicht vorliege.

Radio Euroherz-Reporter Nils Hermsdörfer hat recherchiert. Hier der Beitrag zum Nachhören:

(Symbolbild)