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Es schneit wieder in Südbayern: Aufräumarbeiten laufen

München (dpa/lby) – Für die kommenden Tage erwarten Wetterexperten in den Alpen erneut Neuschnee, während es in anderen Regionen Bayerns milder werden soll. Wie der Deutsche Wetterdienst am Freitag mitteilte, soll es in den Alpenregionen bis Dienstagabend etwa 15 bis 25 Zentimeter Neuschnee geben. Dies betreffe vor allem die Chiemgauer Alpen und das Oberallgäu. Oberhalb von 1000 Metern soll es gar 40 Zentimeter Neuschnee geben.

Damit steigt nach Angaben des Lawinenwarndienstes Bayern die Wahrscheinlichkeit von Gleitschnee-Lawinen. Die Lawinenwarnstufe im Allgäu werde voraussichtlich auf Stufe zwei von fünf, «mäßig», steigen, sagte ein Sprecher. Vor allem bei Touren abseits der Piste sei deshalb Vorsicht geboten.

Mit den Folgen eines Lawinenabgangs muss sich derzeit der Landkreis Traunstein auseinandersetzen. Dort hatte vor etwa zwei Wochen eine Lawine Teile der Bundesstraße 305 zwischen Seegatterl und Seehaus verschüttet. In diesem Bereich liege bis zu zehn Meter hoher Schnee, sagte ein Sprecher des Staatlichen Bauamts Traunstein. Seit Montag seien Radlader, Bagger und Großschneeschleudern auf der Straße im Einsatz, um die Schneemassen zu räumen und herabgestürzte Bäume und Wurzeln zu entfernen. Die Räumarbeiten sollen bis Freitag kommender Woche beendet sein.

Die Landkreise Traunstein, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land und Garmisch-Patenkirchen hatten nach dem massiven Schneefall in den ersten Tagen des neuen Jahres ebenso wie vier weitere Landkreise den Katastrophenfall ausgerufen. Vergangene Woche wurde er überall beendet. Trotz des neuen Schneefalls gehen die fünf Landratsämter nicht davon aus, dass sich die Lage wieder zuspitzt. «Momentan sehen wir keine Gefahr», sagte ein Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. Kritische Dächer seien von Schnee befreit worden. «Wir sind gut gerüstet für den Schnee», sagte auch eine Sprecherin des Landratsamtes Miesbach.

Obwohl auch der Landkreis Rosenheim von enormen Schneemassen betroffen war, entschied sich das Landratsamt damals dagegen, den Katastrophenalarm auszulösen. Bei vielen Bürgern sorgte das für Unmut. Der Bürgermeister der Gemeinde Aschau im Chiemgau, Peter Solnar (Freie Wahlgemeinschaft Aschau), betonte jedoch, dass auch der Landkreis Rosenheim ausreichend Hilfe bekommen hätte. Demnach waren in Aschau täglich etwa 700 Einsatzkräfte im Einsatz. Derzeit sei er in Gesprächen mit Politikern, um die Kostenfrage zu klären. «Unsere Situation war die gleiche wie in den Katastrophengebieten», stellte Solnar klar. Er forderte daher, dass der Freistaat einen Teil der Kosten für die Schneeräummaßnahmen übernimmt.