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Erziehergemeinschaft kritisiert Kita-Ausbau

München (dpa/lby) – Die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) kritisiert mit Blick auf den Kita-Ausbau, dass der Freistaat zu sehr auf finanzielle Mittel setze. «Gemein haben alle bisherigen Maßnahmenpakete, dass sie die Personalsituation gekonnt ignorieren. Der Ausbau muss endlich von umfassenden Maßnahmen für die Personalgewinnung flankiert werden», betonte die KEG am Dienstag in München. «Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte, ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Der Anteil an pädagogischen Zweit- und Hilfskräften in den Kitas darf nicht weiter steigen, sonst werden die Kitas von frühkindlichen Bildungsstätten wieder zu bloßen Kinderverwahranstalten.»

Familienministerin Carolina Trautner (CSU) konterte umgehend: «Neben dem Landesprogramm mit 10 000 zusätzlichen Betreuungsplätzen setzen wir uns bereits seit Jahren intensiv für die Gewinnung von pädagogischen Fach- und Ergänzungskräften ein.» Die Anzahl des pädagogischen Personals sei mehr als verdoppeln worden. Zudem gebe es seit vergangenem Jahr eine eigene Fachkräfteoffensive in Bayern.

Das Kabinett hatte vergangene Woche grünes Licht für eine Regelung gegeben, die eine Weitergabe von rund 160 Millionen aus dem Konjunkturpaket des Bundes zur Bekämpfung der Corona-Krise ermöglicht. Dem Familien- und Sozialministerium zufolge könnten die Kommunen damit bis zu 10 000 neue Betreuungsplätze schaffen. Zuvor hatten die Kommunen die schleppende Umsetzung der Richtlinie massiv kritisiert und davor gewarnt, dass der Ausbau Hunderter Kita-Plätzen gefährdet sei.