© Thomas Frey

Glücklos-Kickers hadern nach Niederlage: «Falsche Zeichen»

Darmstadt (dpa/lby) – Mit der Einwechslung des Ersatztorwarts als Not-Stürmer in der Nachspielzeit war die Pointe dieses kuriosen und für Würzburg zugleich so ärgerlichen Spiels perfekt. Zum Lachen war Kickers-Trainer Bernhard Trares nach dem 0:2 (0:0) beim SV Darmstadt 98 freilich nicht zumute – im Gegenteil! «In solchen Zeiten sollte man aufeinander zugehen. Aber das war für mich das falsche Zeichen, dass wir spielen müssen», klagte der Coach im Bayerischen Rundfunk.

Wegen vieler Corona-Fälle hatten die Unterfranken am Samstag mit einem extremen Rumpfteam ohne gleich neun Stammspieler antreten müssen. Ein Antrag auf Verlegung der Partie wurde von der Deutschen Fußball Liga mit Verweis auf die etwas komplizierten – und von den Vereinen selbst festgelegten – Bestimmungen im Corona-Sonderspielbetrieb abgelehnt. «Es ist so, die DFL hat so entschieden, wir mussten es so akzeptieren», sagte Trares.

Die Quittung war die zehnte Niederlage in zwölf Zweitliha-Spielen. Die Kickers gehen mit einem Rückstand von sieben Punkten auf den Relegationsrang in die Weihnachtspause. «Wenn wir weiterhin mit diesem Einsatz und dieser Moral spielen, können wir auch in dieser Liga eine Siegesserie starten. Wir glauben an uns», sagte Torwart Hendrik Bonmann nach seinem ersten Saisonspiel.

Trainer Trares bemühte sich nach dem Kampfspiel ohne Happy End, die Fassung zu bewahren. Seine Profis hatten ob der Rahmenbedingungen alles gegeben und die Chance, einen Punkt zu entführen. «Ich muss sagen, dass ich sehr stolz bin auf meine Mannschaft, wie sie sich präsentiert hat unter diesen Umständen», lobte er. Weil aber etwa Ridge Munsy allein vor dem Tor scheiterte (7. Minute) und später Tobias Kempe zu einfach das erste Tor erzielen konnte (55.), setzte es den nächsten Dämpfer. Felix Platte sorgte für die Entscheidung (90.+4).

Die Würzburger hatten sich dabei aufopferungsvoll gewehrt und versucht, aus einer kompakten Abwehr ihre Mini-Chance zu nutzen. Teilweise hatten die Darmstädter 80 Prozent Ballbesitz. Verteidiger Lars Dietz musste 90 Minuten lang ran, obwohl er eigentlich nicht fit war. Es war schlicht kein Einwechselspieler mehr da.

«Das Glück ist uns leider nicht hold in der Saison», meinte Trares. Er hatte alles versucht und für die letzten Augenblicke sogar noch seinen nominell dritten Keeper Eric Verstappen als Feldspieler eingewechselt. Das Trikot wurde erst Stunden zuvor beflockt. «Er sollte vorne reingehen, vielleicht für ein bisschen Unruhe sorgen», sagte sein Coach. Doch der Plan ging – wie so vieles in dieser bislang extrem frustrierenden Saison als Aufsteiger – nicht auf.