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Erneute Proteste in Schweinfurt erwartet

Schweinfurt (dpa/lby) – Nach den gewalttätigen Corona-Protesten in Schweinfurt erwartet die Polizei auch für den ersten Sonntag im Januar nicht angekündigte Versammlungen in der unterfränkischen Stadt. «Wir sehen im Internet eine gewisse Mobilisierung und werden mit Einsatzkräften vor Ort sein», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken am Freitag. Die Stadt Schweinfurt rechnet «mit weiterem Zulauf und einer Teilnehmerzahl von über 2500 Personen», wie es in einer Allgemeinverfügung heißt, die die Stadt angesichts der Demonstrationen erlassen hat.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte es in Schweinfurt eine unangekündigte Versammlung gegeben, bei der es zu Aggression und Gewalt gekommen war. Für Aufsehen sorgte vor allem, dass ein vierjähriges Kind durch Pfefferspray leicht verletzt wurde, als seine Mutter offenbar die Polizeikette durchbrechen wollte.

Etliche Bürger Schweinfurts haben sich inzwischen unter dem Begriff «Schweinfurter Erklärung» den unangekündigten Versammlungen entgegengestellt. «Die Parolen einer lautstarken Minderheit, dass der Staat wie eine Diktatur handelt, sind absurd und verhöhnen alle Opfer von Diktaturen, in der Vergangenheit und heute», heißt es in der Erklärung. Die Unterzeichner rufen dazu auf, den Empfehlungen der Wissenschaft zu vertrauen und den Versammlungen fernzubleiben.

Unangemeldete Versammlungen dürften in Schweinfurt seit Mittwoch nur noch ortsfest sein, also keine Spaziergänge im eigentlichen Sinne. Außerdem sind Abstand und Maske Pflicht. Primäres Ziel der Polizei ist nach eigenen Angaben daher, die erwartete Versammlung am Sonntag stationär zu halten sowie Maskenpflicht und Abstand zu kontrollieren. Als Unterstützung werde auch die Bereitschaftspolizei Nürnberg vor Ort sein.

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