Erinnerung an Hofer Juden: VVN-BdA fordert Straßen(um)benennung

Ein neues Buch über das Schicksal jüdischer Familien zur Zeit des Nazi-Regimes hat jüngst mächtig Eindruck in Hof hinterlassen. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Hof-Wunsiedel, kurz VVN-BdA, nimmt das zum Anlass, eine Straßenumbenennung zu fordern. Die Hallstraße bei der Freiwilligen Feuerwehr und früheren Synagoge soll künftig Wolf-Weil-Straße heißen.

Wolf Weil ist einer der Juden, die der berühmte Unternehmer Oskar Schindler vor dem sicheren Tod in der Gaskammer bewahrt hat. 1945 kam der in Polen geborene Weil nach Hof. Hier hat sich Weil dafür eingesetzt, dass die Opfer der Todesmärsche auf dem jüdischen Friedhof eine würdige Bestattung erhalten, schreibt die VVN-BdA in einer Mitteilung. Statt Deutschland nach den Nazi-Verbrechen den Rücken zu kehren, hat sich Weil in Hof engagiert. Er war Mitglied im Zentralrat der Juden und bis zu seinem Tod 1988 Vorsitzender Israelitischen Kultusgemeinde in Hof. Jetzt sei genau der richtige Zeitpunkt, Weil zu würdigen, so die VVN-BdA-Vorsitzende Eva Petermann.