Im Davis Cup noch ungeschlagen: Tim Pütz (l) und Kevin Krawietz jubeln., © Frank Molter/dpa

Erfolgs-Doppel Krawietz/Pütz: Unbesiegt ohne Voodoopfeife

Mit einem mystischen Kult hat das alles nichts zu tun. «Ein Geheimrezept gibt es nicht. Es ist nicht so, dass wir zusammen die Voodoopfeife rauchen und deswegen die ganze Zeit gewinnen», sagt Tennisprofi Tim Pütz.

Und doch ist es dem 34-Jährigen an der Seite von Kevin Krawietz mal wieder gelungen, das deutsche Davis-Cup-Team zum Sieg zu führen. Und der knappe und beileibe nicht nervenschonende Erfolg gegen Belgien am Hamburger Rothenbaum war kein x-beliebiger. Schließlich qualifizierten sich die deutschen Tennis-Herren ohne ihren verletzten Star Alexander Zverev damit vorzeitig für das Finalturnier Ende November.

Wie verlieren geht, wissen sie nicht

Siebenmal spielten Krawietz/Pütz bisher im Davis Cup miteinander. Wie verlieren geht, wissen sie nicht. Und da will man natürlich wissen: Woran liegt’s? «Wir werden das immer mehr gefragt», berichtet Pütz. «Ich wünsche mir fast, wir würden einmal verlieren, damit das mal aufhört.» Und in dem Zug gab’s gleich einen Schwur: «Wenn wir noch 100-mal zusammen spielen, dann verlieren wir. Versprochen.»

Aus Sicht von Kapitän Michael Kohlmann sollte die schlicht unvermeidbare Niederlage wohl eher in einem weniger bedeutsamen Match geschehen. Dazu gehört zweifelsohne das letzte Gruppenspiel am Sonntag gegen die ebenfalls für das Finalturnier qualifizierten Australier. Man gehe da nun etwas entspannter ran, meint Pütz. Sein kongenialer Partner Krawietz betont jedoch: «Wir spielen vor heimischem Publikum hier in Deutschland und werden noch einmal alles geben. Es geht schließlich noch um den Gruppensieg.» Gewinnen sei immer ein schöneres Gefühl als Verlieren.

Vielleicht von Vorteil nicht Erster zu sein

Vielleicht wäre es am Sonntag jedoch taktisch klüger, einmal nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Denn als Erster der Gruppe C würde Deutschland auf den Zweiten der Gruppe B treffen. Hier deutet momentan viel darauf hin, dass das Spanien mit dem Weltranglistenersten Carlos Alcaraz sein könnte. Und dann steigt das Finalturnier auch noch in Malaga. Als Zweiter der Gruppe würde es Deutschland im Viertelfinale hingegen mit dem Sieger der Gruppe D, also den USA oder den Niederlanden zu tun bekommen. Das liest sich zunächst einmal leichter.

Diesen Aspekt kann auch Krawietz nicht ganz außer Acht lassen. «Vielleicht ist es ein Vorteil, wenn man Erster ist. Vielleicht nicht», sagte der 30-Jährige. Wenn Kanada am Samstagabend Serbien in Valencia schlägt, steht schon einmal fest, dass Spanien nur noch Zweiter und damit potenzieller deutscher Gegner werden kann. Und den Sieger der Gruppe D kennt man dann ebenfalls schon, da die USA auf die Niederlande treffen.

Krawietz und Pütz können sich das an ihrem freien Tag somit in Ruhe anschauen. Und vielleicht die Zeit auch damit verbringen, dem Geheimnis ihres Erfolgs auf den Grund zu gehen. Einen Erklärungsansatz hat Pütz dann doch noch: «Wir sind zwei gute Spieler, die Grundvoraussetzung ist da. Wir verstehen uns gut. Vielleicht hilft es auch, dass wir auf der Tour nicht zusammen spielen, dass es immer was Frisches ist.»