Entscheidung über Opern-Ersatz auf ehemaligem NS-Gelände

Der Nürnberger Stadtrat will am Mittwoch (nach 16.00 Uhr) über den Standort für die Opern-Ausweichspielstätte an der Kongresshalle auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände entscheiden. Eine aus Fachleuten besetzte Jury hatte zuvor den Innenhof vorgeschlagen. Eine Zustimmung des Stadtrats gilt nach Angaben eines Stadtsprechers als wahrscheinlich. Das mehr als 100 Jahre alte Nürnberger Opernhaus in der Innenstadt ist marode und soll saniert werden. Bereits im Dezember hatte der Stadtrat entschieden, dass Oper und Ballett währenddessen in der Kongresshalle ein Ausweichquartier finden sollen. Probenräume, Werkstätten und Büros sollen in dem von den Nazis nicht fertig gestellten Rohbau untergebracht werden, die Spielstätte mit Bühne, Orchestergraben und Zuschauerraum in einem Leichtbau außerhalb.

Fachleute sehen eine Spielstätte vor allem im Innenhof aber kritisch. Sie befürchten, dass ein Interimsbau den Blick auf die Fassade verstellen und die Funktion des Erinnerungsortes verwässern könnte.