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Eisweinlese im frostigen Franken: «Ein Weihnachtsgeschenk»

Sommerhausen (dpa/lby) – Bei frostigen Temperaturen haben einige fränkische Winzer Trauben für Eiswein ernten können. «Das war wirklich ein Weihnachtsgeschenk», sagte Artur Steinmann, Winzer und Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, am Mittwoch. Bei einer Eisweinlese müssen die Temperaturen unter minus sieben Grad liegen und die Trauben durchgefroren sein.

Von 6.00 Uhr an und bei minus acht Grad hätten elf Helfer ungefähr zwei Stunden lang auf dem Weingut in Sommerhausen (Landkreis Würzburg) geerntet, sagte Steinmann. Eisweinlese ist Handarbeit. «Es muss immer schnell gehen, weil man sich sonst die Fingerkuppen abfriert.» Außerdem sollen die Trauben in gefrorenem Zustand in die Presse. Die Ausbeute sei ganz gut, sagte der Winzer. «Es könnten 150 Liter werden.»

Acht Winzer hätten ernten können, sagte ein Sprecher des Weinbauverbands am Mittwoch. Nur in Thüngersheim (Landkreis Würzburg) hatten sie weniger Glück: «Es hat leider nicht geklappt bei uns», sagte Winzer Werner Geiger. Dort habe es zwar die nötigen minus sieben Grad gehabt. Die Trauben seien aber nicht ganz durchgefroren gewesen. In den kommenden Tagen ist wärmeres Wetter vorhergesagt. «Aber das kann sich ja schnell wieder ändern. Wir hoffen jede Nacht. Wir Winzer leben immer in der Hoffnung», sagte Geiger.

Eisweine gelten als Krönung eines Weinjahrgangs, weil die aromatischen Inhaltsstoffe der Beeren durch das Gefrieren konzentriert werden. Sie werden vor allem als Aperitif oder zu Süßspeisen und Käse getrunken. Eine 0,375 Liter große Flasche kann zwischen 20 und 70 Euro kosten, manchmal auch mehr.

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