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Mehr als 116 000 Straftäter in Bayern verurteilt

München (dpa/lby) – Bayerische Gerichte haben im vergangenen Jahr mehr als 116 000 Straftäter rechtskräftig verurteilt. Im Vergleich zu 2017 ist das ein leichter Rückgang von 1,6 Prozent, wie Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Mittwoch in München sagte. Bayern sei nach wie vor das sicherste Bundesland, betonte er, München die sicherste deutsche Großstadt. Hier ausgewählte Aspekte der bayerischen Strafverfolgungsstatistik:

ILLEGALE AUTORENNEN: 40 Menschen wurden 2018 wegen der Teilnahme an illegalen Autorennen verurteilt. Die Teilnahme ist erst seit Oktober 2017 als Straftatbestand im Strafgesetzbuch aufgeführt. Dass es schon im Jahr nach der Einführung des Paragrafen in Bayern 40 Verurteilte gibt, zeige, «wie wichtig es war, dass der Bundesgesetzgeber auf unsere Bestrebungen hin die bloße Beteiligung an einem illegalen Autorennen unter Strafe gestellt hat», sagte Eisenreich.

KAPITALDELIKTE: 17 Menschen wurden wegen Mordes verurteilt (2017: 19), 32 wegen versuchten Mordes (2017: 22) und 53 wegen Totschlags (2017: 61).

KRIMINELLE AUSLÄNDER: Der prozentuale Ausländeranteil an den Verurteilten lag im vergangenen Jahr – ohne Berücksichtigung der Straftaten nach Asyl-, Aufenthalts- oder Staatsangehörigkeitsgesetz, die in der Regel nur Ausländer begehen können – bei 39,6 Prozent und damit um 7 Prozentpunkte höher als 2017. Der Ausländeranteil an der bayerischen Bevölkerung liegt nach Ministeriumsangaben bei rund 13 Prozent. Eisenreich betonte, die Statistik erfasse nicht, welche der verurteilten Ausländer tatsächlich in Bayern lebten und welche nur in den Freistaat reisten, um – beispielsweise im Zuge bandenmäßiger Einbrüche – Verbrechen zu begehen. Die meisten verurteilten Ausländer waren Rumänen (12,5 Prozent) gefolgt von Türken (8,6 Prozent) und Polen (6,5 Prozent). Fast jeder Zweite (47,4 Prozent) der verurteilten Ausländer war EU-Bürger.

SEXUALDELIKTE: Einen signifikanten Anstieg verzeichnet die Statistik im Bereich der Sexualdelikte. 135 Menschen wurden wegen Vergewaltigung verurteilt – ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben Eisenreichs ist das vor allem auf die Verschärfung des Sexualstrafrechtes zurückzuführen. Stichwort: «Nein heißt Nein.» 2018 wurden insgesamt 1406 Menschen wegen verschiedener Sexualdelikte verurteilt – das sind 9,2 Prozent mehr als 2017.