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Ehrenamtliche suchen mit Baldrian nach Wildkatzen

Nürnberg (dpa/lby) – Ist die Wildkatze in Bayerns Wäldern heimisch geworden – oder waren die ersten Tiere nur auf der Durchreise? Eine Antwort auf diese Frage soll eine Untersuchung von Wildkatzenhaaren liefern, wie der Bund Naturschutz (BN) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Bis Ende März sind rund 180 ehrenamtliche Helfer zwischen Rhön und Oberpfälzer Wald in Nordbayern unterwegs, um Spuren der scheuen Tierart zu finden. Die gesammelten Haarproben sollen im Senckenberg-Forschungsinstitut genetisch analysiert werden.

Die freiwilligen Helfer machen sich mit sogenannten Lockstöcken auf die Suche. Das sind Dachlattenstücke, die im Wald an bestimmten Stellen in den Boden geschlagen werden. Sie werden mit Baldrian besprüht – denn dieser Geruch fasziniert die Tiere so sehr, dass sie sich an den Stöcken reiben. Die Haare, die dabei hängenbleiben, sammeln die ehrenamtlichen Helfer wöchentlich ein.

Vor fünf Jahren hatte es die erste derartige Aktion in Nordbayern gegeben, wie es vom BN weiter hieß. Damals seien Wildkatzen in vielen bayerischen Regionen erstmals nachgewiesen worden, unter anderem im Frankenwald, Steigerwald oder in der Fränkischen Schweiz. Derzeit wird die Population im Freistaat auf etwa 600 bis 700 Tiere geschätzt. Im kommenden Jahr soll die Aktion in Südbayern stattfinden.