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Ehemaliger Passauer Bischof Schraml gestorben

Passau (dpa/lby) – Der frühere Bischof von Passau, Wilhelm Schraml, ist tot. Schraml sei am Montag an seinem Wohnort Altötting im Alter von 86 Jahren friedlich verstorben, teilte das Bistum mit. «Bischof Wilhelm war mit ganzem Herzen ein Mann der Kirche. Als solcher war er mir immer wieder, vor allem auch zu Beginn meines Pontifikates, ein wertvoller Ratgeber», sagte sein Nachfolger im Bischofsamt, Stefan Oster.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, würdigte die langjährige Mitarbeit Schramls insbesondere in der Liturgiekommission der DBK. «Die Feier einer würdigen Liturgie blieb ihm Zeit seines Lebens ein Herzensanliegen», sagte Bischof Bätzing.

Schraml war rund zehn Jahre lang Bischof in der Diözese, die Teile Nieder- sowie Oberbayerns umfasst. Er blieb über die übliche Altersgrenze von 75 Jahren hinaus im Amt, weil der damalige Papst Benedikt XVI. 2010 zunächst das Rücktrittsgesuch Schramls abgelehnt hatte. Erst zwei Jahre später nahm der Vatikan den Rücktritt an, Schraml blieb aber auch danach noch fast ein weiteres Jahr Administrator des Bistums.

Schraml wurde 1935 im oberpfälzischen Erbendorf (Landkreis Tirschenreuth) als Sohn eines Bäckermeisters geboren. Nach der Schule und dem Theologie-Studium wurde er 1961 zum Priester geweiht und in mehreren ostbayerischen Gemeinden eingesetzt. Im Jahr 1986 wurde er zunächst Weihbischof in seinem Heimatbistum Regensburg, ehe er 2002 Bischof von Passau wurde.

Höhepunkt der Amtszeit Schramls war der Besuch von Benedikt XVI. im September 2006 im Bistum Passau. In der Diözese liegen auch das oberbayerische Marktl, wo der spätere Papst Joseph Ratzinger geboren wurde, sowie der berühmte Wallfahrtsort Altötting. Dorthin zog der emeritierte Bischof dann auch in seinem Ruhestand. Die Stadt Altötting verlieh Schraml später die Ehrenbürgerwürde.

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