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Drei Warnschüsse an Bremen: Fürth macht «fantastischen Job»

Fürth (dpa/lby) – Eine forsche Kampfansage mochte Stefan Leitl gleich nach der verheißungsvollen Fürther Pokal-Generalprobe nicht nach Bremen übermitteln. Aber das souveräne 3:0 (2:0) der SpVgg Greuther Fürth in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Erzgebirge Aue wird beim Erstligisten SV Werder vor dem Achtelfinalduell an diesem Dienstag sicherlich auch ohne große Sprüche als Warnung angekommen sein. «Jeder Sieg gibt Selbstvertrauen», sagte Leitl am Freitagabend.

Der Fürther Coach wollte zunächst einmal den wichtigen Erfolg im Aufgstiegsrennen mit seinem Team «genießen». Dass die Franken die Rolle des Pokalsckrecks gegen einen favorsierten Bundesligisten ausfüllen können, sogar auswärts, haben sie in der zweiten Runde beim unerwarteten Weiterkommen nach Elfmeterschießen gegen den Europa-League-Teilnehmer TSG 1899 Hoffenheim bewiesen. Es gelte im Bremer Weserstadion das, was jede Woche im Liga-Alltag zähle, sagte Kapitän Branimir Hrgota: «Wir müssen arbeiten, um Siege zu holen.»

Gegen Aue lieferten die Fürther in ihrem 1111. Zweitligaspiel Maßarbeit ab. Vorne waren sie, angeführt von Doppelpacker Hrgota, in der Chancenverwertung sehr effizient. Und hinten stand Leitls Team kompakt, verteidigte stabil. «Die Jungs haben über 90 Minuten hinweg einen fantastischen Job gemacht», lobte Leitl: «Der Plan ging auf.»

Doppelpacker Hrgota sorgte für die Halbzeitführung, Julian Green legte nach der Pause das 3:0 nach. Leitl war mit dem Blick auf das enge Aufstiegsrennen höchst zufrieden. «Wir wollten in den Top Fünf bleiben und das mit einem Sieg unterstreichen», sagte er. Der erstligaerprobte Hrgota stimmte sich mit seinen ersten Treffern im neuen Jahr besonders gut auf die Kraftprobe mit den Bremern ein. «Ich bin die ganze Zeit dabei bei den Toren, die wir machen», sagte der Schwede: «Es ist wichtig, dass ich da bin für die Mannschaft.»

Getrübt wurde die Pokal-Vorfreude allerdings durch die Muskelverletzungen der Innenverteidiger Mergim Mavraj und Paul Jaeckel. Leitl sprach wegen des drohenden personellen Notstandes im Abwehrzentrum von einem «teuer erkauften Sieg». Er gab sich jedoch «zuversichtlich, dass wir die Jungs wieder schnell fit bekommen».

Dass die kurze Zeitspanne bis zum Bremen-Spiel reicht, scheint eher unwahrscheinlich. Im Tor gab Leitl gegen Aue Marius Funk eine Chance. Der 25-Jährige vertrat Stammkeeper Sascha Burchert gut. «Ich betone immer wieder, dass wir eine Gemeinschaft sind und jeden Spieler brauchen», begründete Leitl den Einsatz von Funk. Dieser habe «seine Chance genutzt und gezeigt, dass er ein guter Torwart ist und auf ihn Verlass ist. Er war mal an der Reihe.» In Bremen dürfte aber wieder Burchert im Tor stehen – wie beim Überraschungscoup gegen Hoffenheim.

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