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Kinderpornografie-Prozess: Mehrjährige Haftstrafen möglich

Regensburg (dpa/lby) – Im Prozess wegen Kinderpornografie vor dem Landgericht Regensburg stehen für zwei Angeklagte mehrjährige Haftstrafen im Raum. Gericht, Anklage und Anwälte hatten sich am Dienstag kurz nach dem Auftakt zu einem Rechtsgespräch zurückgezogen. Demnach soll ein 57 Jahre alter Jurist aus Regensburg vier bis viereinhalb Jahre Haft bekommen, für einen 54 Jahre alten Mann aus Berlin stehen sechs bis sechseinhalb Jahre im Raum.

Bedingung für diese Strafrahmen sind umfängliche Geständnisse, die beide am Dienstag auch abgaben. Beide Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Das Verfahren gegen einen 29-Jährigen wurde abgetrennt und wird gesondert verhandelt. Der Mann aus Rheinland-Pfalz ist als einziger auf freiem Fuß. Dem Vernehmen nach gab es Probleme bei der Terminfestlegung.

Die Männer sollen an der bandenmäßigen Verbreitung von Fotos und Videos des sexuellen Missbrauchs von Kindern über eine Internetplattform beteiligt gewesen sein. Der 54 Jahre alte Angeklagte soll zudem selbst ein anfangs zehnjähriges Mädchen schwer sexuell missbraucht haben, die Freundin seiner Tochter. Sein Anwalt beantragte für diesen Teil der Verhandlung den Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich über ein Jahr lang in acht Fällen an dem Mädchen vergangen zu haben.

Die Angeklagten waren nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft in dem über das Darknet erreichbaren Internetforum als Moderatoren und Administratoren tätig. Der 57-Jährige soll zudem fast 900 000 Bilddateien des sexuellen Missbrauchs von Kindern auf seinem Computer gespeichert haben. In dem Internetportal versteckte er sich hinter dem Namen «Good Uncle» (Guter Onkel).

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