Drei Jahre Haft für Lkw-Verwüstungsfahrt gefordert

Ein 51-Jähriger soll für eine folgenschwere Trunkenheitsfahrt mit seinem Sattelzug durch eine Wohnstraße in Fürth nach Forderung der Staatsanwaltschaft eine Haftstraße von drei Jahren verbüßen. Der Angeklagte habe sich unter anderem der Gefährdung des Straßenverkehrs, der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Danny Schaller am Montag. Außerdem solle er seinen Führerschein abgeben müssen und frühestens nach drei Jahren wiedererlangen können.

Die Verteidigung plädierte für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten und ebenfalls für den Entzug der Fahrerlaubnis.

Der Anklage zufolge hatte der stark betrunkene Fahrer im Februar eine rote Ampel überfahren und war auf der Kreuzung in ein Auto gekracht. Danach donnerte er mit bis zu Tempo 70 eine Wohnstraße herunter, rammte etliche parkende Autos, schob diese zum Teil in Hauswände und ging dann in Flammen auf. Das Feuer griff auf ein Mehrfamilienhaus über. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten sich mit Leitern über eine Mauer aus dem Hinterhof retten. Fünf Verletzte, mehr als 30 demolierte Autos, beschädigte Häuser und ein Gesamtschaden von etwa 800.000 Euro waren die Folge (AZ 421 Ls 702 Js 101647/22).

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe am ersten Prozesstag zugegeben. Einem Gutachter zufolge war er zur Tatzeit vermindert schuldfähig – wegen der mehr als zwei Promille Alkohol im Blut und weil er in einer emotionalen Ausnahmesituation wegen der Krebserkrankung seiner Frau und familiärer Belastungen gewesen sei. Das Amtsgericht Fürth wollte noch am Nachmittag ein Urteil verkünden.