Polizeiabsperrband ist vor dem Tatort angebracht., © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Doppelmord an Ehepaar: Ermittlungen auf der Zielgeraden

Rund fünf Monate nach dem mutmaßlichen Doppelmord von Mistelbach in Oberfranken befinden sich die Ermittler auf der Zielgeraden. «Die Ermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss, so dass in den nächsten Wochen mit einer Anklageerhebung zu rechnen sein wird», teilte ein Sprecher der Bayreuther Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Die Verdächtigen befänden sich weiter in Untersuchungshaft.

In der Nacht zum 9. Januar waren ein 51-jähriger Mann und seine 47 Jahre alte Ehefrau leblos in ihrem Haus gefunden worden. Laut den Ermittlern wurden sie wohl im Schlaf erstochen. Schnell rückte der 18 Jahre alte Freund der 16-jährigen Tochter in den Fokus – bereits kurz nach der Tat kam er wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Sechs Wochen später gab es eine zweite Tatverdächtige – die Tochter selbst.

Im Zuge der noch andauernden Ermittlungen habe sich gegen sie der dringende Tatverdacht erhärtet, als Mittäterin an der Ermordung ihrer Eltern beteiligt gewesen zu sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft damals mit. «Das Tatmotiv dürfte wohl in innerfamiliären Streitigkeiten zu suchen sein», hieß es.

Ihr wird Mord in zwei Fällen vorgeworfen. «Während die Tatbeteiligung des 18-Jährigen bereits von Anfang an im Raum stand, war die Rolle der Tochter zunächst unklar», schrieben die Ermittler damals. Das junge Paar solle gemeinsam den Tatentschluss gefasst haben, die beiden zu töten, hieß es nun.

Nach der Tat waren die beiden laut Mitteilung gemeinsam ins nahe Bayreuth geflüchtet und hatten sich dann der Polizei gestellt.

Der mutmaßliche Doppelmord hatte für großes Aufsehen gesorgt. Das 51 Jahre alte Opfer war als Kinderarzt in der Region bekannt.