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Disziplinarverfahren gegen Kreidl und Rzehak

München/Miesbach (dpa/lby) – In der Sponsoringaffäre um die Miesbacher Kreissparkasse hat die Landesanwaltschaft gegen den einstigen Landrat Jakob Kreidl (CSU) und Nachfolger Wolfgang Rzehak (Grüne) Disziplinarverfahren eingeleitet. Hintergrund sind Anklagen der Staatsanwaltschaft München II wegen Untreue gegen 13 Beschuldigte, aktuelle und ehemalige Mitglieder des Vorstands und des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, darunter Kreidl und Rzehak. Der Verdacht der Untreue, der sich aus den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergebe, begründe den Verdacht auf ein Dienstvergehen, erläuterte die Landesanwaltschaft am Mittwoch.

Kreidl war bis Ende April 2014 Landrat in Miesbach und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Rzehak war vor seiner Wahl zum Landrat Lebenszeitbeamter bei der Stadt München und Mitglied des Verwaltungsrates der Kreissparkasse.

In der Affäre geht es um diverse Verdachtsfälle von Untreue in den Jahren 2008 bis 2013. Die Ermittlungen umfassten nach früheren Informationen zwölf Komplexe mit einem Volumen von zusammen mehr als einer Million Euro. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch Immobilienkäufe, gesponserte Ausflüge von Kommunalpolitikern und teure Renovierungen von Amtsräumen ihre Pflichten verletzt zu haben. Im Zentrum der Affäre standen Kreidl sowie der frühere Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Georg Bromme.

Die Disziplinarverfahren sind laut Landesanwaltschaft bis zum Abschluss des Strafverfahrens ausgesetzt. Dies sei vom Gesetz so vorgesehen. «Es ist für uns keine Überraschung. Wir hoffen auf ein faires Ergebnis», sagte ein Sprecher des Landratsamtes Miesbach zu der Einleitung des Disziplinarverfahrens.