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Creditreform: Bayern sind am seltensten überschuldet

Düsseldorf (dpa/lby) – In Bayern ist der Anteil der überschuldeten Bürger mit 7,1 Prozent geringer als in allen anderen Bundesländern. Nach den Zahlen des bundesweiten «Schuldneratlas 2020» der Wirtschaftsauskunftei Creditreform können im Freistaat 780 000 Bürger ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Die zehn Landkreise mit den niedrigsten Überschuldungsquoten liegen alle in Bayern.

Damit behaupten die Bayern weiterhin den Spitzenplatz vor Baden-Württemberg und Thüringen. Schlusslicht hinter Berlin und Sachsen-Anhalt ist Bremen mit einer Überschuldungsquote von 13,9 Prozent.

Trotz der Corona-Krise und der tiefen Rezession nahm die Überschuldungsquote der Bürger bundesweit ab. Staatshilfen und Konsumzurückhaltung hätten dafür gesorgt, «dass ein flächendeckender Liquiditätsengpass bisher ausblieb», sagte Creditreform-Geschäftsführer Stephan Vila in Düsseldorf. Aber das dürfte nur die Ruhe vor dem Sturm sein, denn 700 000 Menschen hätten den Arbeitsplatz verloren, zwei Millionen Freiberufler und Selbstständige kämpften um ihre Existenz, Millionen seien in Kurzarbeit.

Bundesweit am solidesten wirtschaften laut Creditreform die Bürger im Kreis Eichstätt mit einer Überschuldungsquote von nur 4,0 Prozent. Es folgen die Kreise Erlangen-Höchstadt, Schweinfurt, Neumarkt in der Oberpfalz, Aichach-Friedberg, Würzburg, Neuburg-Schrobenhausen, Roth, Landsberg am Lech und Straubing-Bogen. Schlusslicht ist Bremerhaven, wo jeder fünfte Einwohner überschuldet ist: 21,8 Prozent.

Beim Vergleich der Landeshauptstädte steht München mit einem Anteil von 8,7 Prozent überschuldeter Bürger auf Platz drei hinter Mainz und Potsdam. Schlusslicht ist Saarbrücken mit 17 Prozent.