© Rene Traut

Corona-Zahlen steigen: Bayern für neue Auflagen offen

München (dpa/lby) – Angesichts wieder steigender Corona-Infektionen schließt Bayern eine Verschärfung der Schutzauflagen auch für private Feiern nicht aus. «Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen – steigende Infektionszahlen und neue Gefahrenherde – sehr genau und mit Sorge», sagte der für die Koordinierung der Corona-Maßnahmen zuständige Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Derzeit könne das Gesundheitssystem mit den Infektionen gut umgehen. Die Corona-Krise sei «ein dynamischer Prozess, bei dem wir immer wieder nachsteuern müssen. Wir werden auch in Zukunft die Maßnahmen treffen, die zum Schutz unserer Bevölkerung erforderlich sind.»

Am kommenden Donnerstag wollen sich die Ministerpräsidenten der Länder in einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die aktuelle Lage austauschen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob es eine Personen-Obergrenze für private Feiern geben muss. Neben Urlaubsrückkehrern sind sorglose Feiern derzeit eine Ursache, weshalb die Zahlen in ganz Deutschland wieder hochgehen.

«Die Grenze kann aber nicht irgendwo dann bei 200 oder 300 oder 400 oder 500 liegen, wie sie diskutiert wird, denn genau da entsteht das Ganze ja», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag dem Deutschlandfunk. Falls es zu einheitlichen Standards komme, «müssten sie sich an der bayerischen Linie orientieren», sagte auch Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) der «Augsburger Allgemeinen». «Ich glaube nicht, dass der Freistaat seinen bewährten Weg verlässt.»

Im Moment gelten in Bayern für private Veranstaltungen wie Geburtstage, Beerdigungen und Hochzeiten Obergrenzen von bis zu 100 Menschen in geschlossenen Räumen und 200 Personen bei entsprechenden Hygieneauflagen unter freiem Himmel. In der Praxis lässt sich dies aber meist nicht oder kaum kontrollieren. So mussten jüngst etwa wegen eines mit Corona infizierten Partybesuchers in der Oberpfalz 114 Menschen in Quarantäne und auf eine Ansteckung getestet werden.