© Arne Dedert

Bundesamt korrigiert Zahl: Mehr Verkehrstote im Jahr 2018

Wiesbaden (dpa) Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr stärker angestiegen als bisher bekannt. 3275 Menschen verloren bei Unfällen auf den Straßen in Deutschland ihr Leben, 95 mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Ende Februar gaben die Statistiker bereits vorläufige Zahlen bekannt, bis zu dem Zeitpunkt waren dem Bundesamt 3265 Verkehrstote gemeldet worden. Es handelt sich um den ersten Anstieg der Zahlen nach zwei Jahren Rückgang. Den endgültigen Zahlen zufolge starben mit 1424 Menschen die meisten Unfallbeteiligten in einem Auto. Im Vergleich sticht vor allem die Zahl getöteter Fahrradfahrer heraus. 2018 starben demzufolge 445 Fahrradfahrer bei Unfällen. Im Jahr zuvor waren 382 Radfahrer umgekommen.

Die Zahl der Unfälle beim Zweiradverkehr könnte 2019 weiterhin zunehmen, teilte der ADFC am Dienstag mit. So nehme nicht nur der Radverkehr in den Städten zu. Auch würden etwa Radwege durch die jüngst zugelassenen E-Scooter immer gefährlicher, da auch dort der Platz geringer werde.

«Es ist unverantwortlich, immer mehr Fahrzeuge auf erbärmliche Radwege zu lassen, ohne die Infrastruktur dem gewachsenen Bedarf anzupassen», wird ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork in einer entsprechenden Mitteilung zitiert.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren unter den Getöteten im vergangenen Jahr außerdem 697 Motorradfahrer, 458 Fußgänger und 174 Fahrer von Güterkraftfahrzeugen wie Lastwagen. Weitere 77 Menschen kamen bei anderen Unfällen ums Leben, etwa in einem Bus (9) oder mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen (20). 396 000 Menschen wurden insgesamt bei Unfällen auf der Straße verletzt.

Insgesamt sank die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2018 um 10,2 Prozent. Allerdings verloren 2018 mehr Menschen ihr Leben als im Vorjahr. 2017 war der bisher niedrigste Stand der Verkehrstoten seit mehr als 60 Jahren verzeichnet worden.

Angesichts der gestiegenen Zahl getöteter Radfahrer und der hohen Zahl tödlich verletzter Fußgänger, forderte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), Kommunen müssten stärker in Verkehrssicherheit investieren. So müsse bei der Planung neuer Straßen erst an schwächere Verkehrsteilnehmer gedacht werden, forderte DVR-Präsident Walter Eichendorf.