Bilder zu Beginn des Ausverkaufs der berühmten Brücke-Sammlung Gerlinger., © Matthias Balk/dpa/Archivbild

«Brücke»-Sammler Gerlinger versteigert weitere Werke

Nach dem Start im Juni geht der Ausverkauf der berühmten «Brücke»-Sammlung des Würzburger Unternehmers Herrmann Gerlinger weiter. Das Auktionshaus Ketterer Kunst in München bringt am 9. Dezember das Ölgemälde «Blaues Mädchen in der Sonne» von Ernst Ludwig Kirchner unter den Hammer, bis vor kurzem eine Dauerleihgabe im Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See. Der 1910 gemalte Halbakt des expressionistischen Künstlers werde auf zwei bis drei Millionen Euro taxiert, teilte Ketterer Kunst am Dienstag mit.

Angeboten werden aus der Sammlung Gerlinger etwa auch Werke von Erich Heckel oder Karl Schmidt-Rottluff wie die «Rote Düne», dazu Jahresberichte und Sammlermappen, Radierungen, Einladungskarten oder Plakate und Kataloge der Künstlergruppe «Die Brücke».

Dass Gerlinger die Werke nun bis zum Sommer 2024 nach und nach feilbietet, hatte die Kunstwelt schockiert. Es sei die wichtigste deutsche Privatsammlung zur Kunst der «Brücke», hatte im Juni die Direktorin des Berliner Brücke-Museums, Lisa Marei Schmidt, erklärt. Der Sammler fand aber wohl niemandem, dem er seinen Schatz übergeben wollte. «Ich habe Würzburg diese Sammlung als Geschenk angeboten und man hat es hohnlächelnd abgelehnt», sagte er in einem von Ketterer Kunst in Auftrag gegebenen Interview mit dem Moderator Günther Jauch.

Auch mit Häusern wie dem Buchheim-Museum, dem Kunstmuseum Moritzburg in Sachsen-Anhalt oder Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein wurde er nicht einig. Die Sammlungskonzeption und die Bestände hätten nicht zusammengepasst, so Gerlinger. Zudem wäre dort nicht wissenschaftlich damit gearbeitet worden. Reich werden will er damit allerdings nicht. Den Erlös sollen die Würzburger Stiftung Juliusspital, der Bund Naturschutz und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erhalten.