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Breitet sich die Geflügelpest durch Zugvögel weiter aus?

München (dpa/lby) – Durch Zugvögel könnte sich die Geflügelpest in Bayern noch weiter ausbreiten. Das Virus ist «in der Wildvogelpopulation immer noch präsent», erklärte Annika Nottensteiner, Geschäftsführerin beim Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft.

Sorgen bereiten der Expertin vor allem die starken Wanderbewegungen von nordischen Wasservögeln im Frühjahr, die möglicherweise das Virus in sich tragen. In der ersten Märzwoche seien bei Wildvögeln in Bayern täglich neue Nachweise bestätigt worden, berichtete Nottensteiner. Auch in der vergangenen Woche seien mehrere Fälle bei Wildvögeln in Bamberg, Regen und Straubing bekanntgeworden.

Nach Angaben des Umweltministeriums sind bayernweit 31 Fälle bei Wildvögeln bestätigt – in den Landkreisen Haßberge, Erlangen-Höchstadt, Bamberg, Roth, Tirschenreuth, Cham, Straubing-Bogen, Neuburg-Schrobenhausen, Starnberg, Landsberg am Lech, Passau, Regen sowie in den Städten Bayreuth und Straubing.

In Bayern würden «große Anstrengungen» unternommen, um eine flächendeckende Einschleppung in die Bestände von Haus- und Nutzgeflügel zu verhindern, heißt es aus dem Ministerium. So gilt in Bayern seit Anfang März unter anderem eine Stallpflicht in Risikogebieten.

Trotzdem breitet sich die Seuche auch unter dem Haus- und Nutzgeflügel weiter aus. Sechs Fälle in Bayreuth, Weißenburg-Gunzenhausen, Würzburg, Roth und Schwandorf sind laut Ministerium bekannt. Auf einer Geflügelfarm in der Oberpfalz mussten zuletzt 50 000 Hühner nach einem Ausbruch getötet werden.

Die Infektionskrankheit tritt seit November in Bayern auf. Die Tierseuche kommt vor allem bei Wasservögeln vor. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet – teilweise bis zu 100 Prozent. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft.

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