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Bootsbauer Bavaria will sich aus der Insolvenz steuern

Giebelstadt (dpa/lby) – Der bayerische Bootsbauer Bavaria will sich selbstständig aus der Insolvenz manövrieren. Dementsprechend hat das Amtsgericht Würzburg am Montag ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet, wie ein Sprecher sagte. Es sei nun ein Sachwalter bestellt worden, der die Franken dabei beobachtet und eingreift, falls Nachteile für die Gläubiger entstehen.

Die Chancen, dass Bavaria damit selbstständig einen Weg aus der Krise findet, stehen demzufolge nicht schlecht: «Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist die Prognose tendenziell günstiger, weil so das Know-how der Firma besser genutzt werden kann, um die Interessen der Gläubiger zu wahren und auch selbst zu überleben», sagte der Gerichtssprecher weiter.

Die seit 40 Jahren im Landkreis Würzburg existierende Werft hatte am Freitag Insolvenz beantragt. Zu den Gründen für die finanzielle Schieflage wollte sich ein Unternehmenssprecher zunächst nicht äußern. Das Ziel sei jedoch, «auch in Zukunft weiter Yachten zu bauen».

Die IG Metall hofft nun, dass das Unternehmen einen Neustart wagen kann. «Es gibt eine Überlebensperspektive – wenn ich will. Aber ich muss auch Geld in die Hand nehmen. Das lohnt sich», sagte Walther Mann von der IG Metall Würzburg der Deutschen Presse-Agentur. Am frühen Mittag wollte sich Mann in Giebelstadt mit Vertretern des Unternehmens treffen, um über die Zukunftspläne zu sprechen. Es stehe im Raum, dass die Gesellschafter – zwei Hedgefonds – das Unternehmen verkaufen wollen, so der IG-Metall-Bevollmächtigte. «Dann interessiert mich: Geht es dann darum, möglichst viel Geld zu bekommen, und es ist egal, wer kauft?»

Bavaria beschäftigt der IG Metall zufolge rund 600 Stammmitarbeiter und zudem etwa 175 Leiharbeiter. Bavaria gehört zu den größten Werften in Deutschland und zählt eigenen Angaben zufolge zu den Marktführern beim Yachtbau in Europa. Zum Angebot gehören dem Unternehmen zufolge Segelyachten, Motoryachten und Katamarane.