Moderator Jan Böhmermann im Studio seiner Late-Night-Show «ZDF Magazin Royal»., © Rolf Vennenbernd/dpa

Böhmermann veröffentlicht NSU-Akten: Nazi-Terrorgruppe in der Region aktiv

120 Jahre hätten wir alle warten müssen, um zu erfahren, was der hessische Verfassungsschutz über die Machenschaften des Nationalsozialistischen Untergrunds, kurz NSU, herausgefunden hat. Das ist selbstverständlich unmöglich. Mittlerweile sollen die Akten zwar nur noch 30 Jahre unter Verschluss bleiben. Jan Böhmermann hat die Dokumente trotzdem jüngst im ZDF-Magazin-Royale öffentlich gemacht. In den Dokumenten ist auch ein Vorfall in der Euroherz-Region zu finden. Von den Behörden gab es dazu bisher keine Stellungnahme.
Es geht konkret um Schießtrainings im tschechischen Eger. In den Akten des Verfassungsschutzes sind Aktivitäten in den Jahren 2008 und 2009 festgehalten. In Eger sollen Neonazis Zugriff zu schweren Waffen wie Pumpgun und Kalaschnikow gehabt haben. Darüber berichtet die Frankenpost. Von Waffentrainings der rechtsextremen Terrorgruppe „Combat 18“ will die Bundesregierung aber zumindest 2016 noch nichts gewusst haben. Etwa ein Jahr später hat eine Spezialeinheit der Polizei eine Truppe von Neonazis am Grenzübergang Schirnding aufgegriffen – sie kamen offensichtlich vom Schießtraining in Eger. Das kam aber erst durch einen Pressebericht ans Licht. Im Frühling 2018 folgten lediglich Bewährungs- und Geldstrafen gegen zwei Männer, weil sie verbotene Munition über die Grenze gebracht hatten.