© Karl-Josef Hildenbrand

Bischofskonferenz: Priester nur an wenigen Unis ausbilden

Bonn/München/Augsburg (dpa) – Die Deutsche Bischofskonferenz will die Priesterausbildung auf wenige Standorte konzentrieren und stößt damit auf Protest katholischer Fakultäten. Der Ständige Rat der Konferenz bekräftigte am Freitag den umstrittenen Plan, der für die Hauptstudienphase nur noch die Universitäten München, Münster und Mainz vorsieht. Die Kirche reagiert damit auf den starken Rückgang der Zahl der Priesteramtskandidaten.

Ein endgültige Entscheidung über die Standorte ist noch nicht gefallen. Der Augsburger Bischof Bertram Meier kündigte an, am Standort Augsburg für die Priesterausbildung festzuhalten. Die Bischofskonferenz erklärte, die Reform erfolge «unbeschadet der Verantwortung des einzelnen Diözesanbischofs, die Entscheidung über den konkreten Ausbildungsweg und die damit verbundene Frage nach den Standorten der Priesterausbildung seines Bistums zu treffen».

Der Katholisch-Theologische Fakultätentag reagierte empört darauf, «dass die akademische Theologie in den Entscheidungsprozess bis heute nicht einbezogen worden ist». Die Konsequenzen seien nicht ausreichend bedacht worden, kritisierte die Tübinger Professorin Johanna Rahner. Katholisch-theologische Fakultäten, an denen keine Priester mehr ausgebildet werden, könnten ihre Existenz verlieren. Theologie habe aber über die Ausbildung hinaus eine wichtige gesellschaftliche Rolle.

© dpa-infocom, dpa:210129-99-227349/2