Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm spricht in Mainz., © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Bischof: Diskussion um Aktivisten führt am Problem vorbei

Die aktuelle Diskussion um Klima-Demonstranten führt nach Ansicht des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm am eigentlichen Problem vorbei. «Ich bedauere, dass die öffentliche Diskussion sich jetzt auf die Aktionen von einigen sehr wenigen Menschen konzentriert und wir über die Frage diskutieren, ob man sich auf Autobahnen festkleben darf oder ob es sinnvoll ist, ein Gemälde mit Brei zu bewerfen», sagte er am Montag bei einem Pressegespräch über den Weltkirchenrat genannten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). «Lasst uns endlich wieder zu den politischen Diskussionen zurückkehren.»

Er erkenne «Verzweiflungsschreie» hinter den umstrittenen Aktionen beispielsweise der «Letzten Generation», sagte er. «Ich glaube, dass es wichtig ist, die Dringlichkeit des Thema wo immer möglich und mit welchen Mitteln auch immer möglich sichtbar und deutlich zu machen.»

Der ÖRK vertritt nach eigenen Angaben weltweit über 580 Millionen Gläubige, Bedford-Strohm ist der Zentralausschussvorsitzende. Der langjährige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist noch bis Oktober kommenden Jahres bayerischer Landesbischof. Gut ein halbes Jahr vorher, am 27. März, soll die Landessynode eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen.