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Bildungsgewerkschaft: System Schule schon zusammengebrochen

München (dpa/lby) – Die Bildungsgewerkschaft GEW hat die bayerische Schulpolitik in der Corona-Pandemie harsch kritisiert. «Es kann nicht sein, dass die Corona-Bekämpfung an den Schulen inkonsequent umgesetzt wird, nur weil man ein System künstlich am Laufen halten will, das in Wahrheit bereits zusammengebrochen ist», teilte der bayerische Landesverband am Mittwoch mit. Das schon zum Ende der Sommerferien deutlich aufgeweichte, an die Infektionswerte gekoppelte Stufenmodell werde kaum noch umgesetzt. Auch stuften einige Gesundheitsämter Lehrer grundsätzlich nicht als enge Kontaktpersonen ein und schickten nur die Schüler einer betroffenen Klasse in Quarantäne, um Unterrichtsausfälle zu vermeiden.

Die dennoch bereits ausgedünnten Kollegien müssten nun eine Menge Stoff durchpauken und schnell Noten machen, hieß es. «Um die Chancenungleichheit in der Bildung nicht noch weiter zu verschärfen, wäre es dringend notwendig gewesen, benachteiligte Kinder aus sozial schlecht gestellten Elternhäusern ohne Angst und Notendruck zu fördern. Besonders diese Kinder haben während den Schulschließungen oft den Anschluss verpasst», kritisierte der GEW-Landesvorsitzende Anton Salzbrunn noch während eines laufenden Schulgipfels mit Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Lehrpläne und Stundentafeln müssten unbedingt vorübergehend reduziert werden.