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IG Metall erwartet rasch neues Angebot

München (dpa/lby) – Zum Ende der zweiten Warnstreik-Woche in der Metall- und Elektroindustrie haben sich am Freitag laut Gewerkschaft mehr als 10 000 Beschäftigte in Bayern an Aktionen beteiligt – davon rund 4000 bei Airbus Helicopters in Donauwörth. Der bayerische IG-Metall-Chef Johann Horn nahm an einer Kundgebung vor dem Betrieb der Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke in Marktheidenfeld teil.

«Wer mit uns seit Dezember verhandelt und Abbaupläne statt vernünftige Angebote auf den Tisch legt, der fordert den Widerstand der Beschäftigten mit Warnstreiks heraus», sagte Horn. Die Arbeitgeber wollten die Corona-Krise als Vorwand zur Profitmaximierung nutzen, «doch diese Rechnung lassen wir nicht aufgehen».

Der Augsburger IG-Metall-Chef Michael Leppek forderte, die Arbeitgeber müssten «kurzfristig ein verhandelbares Angebot vorlegen und ihre Gegenforderungen zurücknehmen», sonst «werden wir ab der kommenden Woche unsere Warnstreikaktionen deutlich ausweiten».

Die nächste Verhandlungrunde findet am Montag in Düsseldorf statt. Es ist die fünfte im Bezirk Nordrhein-Westfalen. In Bayern waren die Tarifparteien vor zwei Wochen ohne Annäherung auseinandergegangen; hier gibt es noch keinen neuen Termin.

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn oder bei Betrieben in der Krise eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten eine Nullrunde 2021, noch unbezifferte Lohnerhöhungen 2022 und fordern außerdem, bei schlechten Geschäftszahlen automatisch vom Tarifvertrag abrücken zu können. «Wenn jetzt Unternehmen bestreikt werden, die froh um jeden Auftrag sind, dann widerspricht das dem von der IG Metall ausgesprochenen Ziel der Beschäftigungssicherung vollkommen.» In der Krise gebe es nichts zu verteilen.

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