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Zehntausende protestieren bayernweit für mehr Klimaschutz

München (dpa/lby) – Zehntausende Menschen haben am Freitag bayernweit für mehr Klimaschutz demonstriert. Drei Tage vor dem Start der Weltklimakonferenz in Madrid hatte die «Fridays For Future»-Bewegung (FFF) zu einer globalen Kundgebung aufgerufen.

Die größte bayerische Protestaktion fand in der Landeshauptstadt statt: Auf dem Münchner Königsplatz versammelten sich trotz Wind und Regen Zehntausende Menschen; die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 18 000, die Veranstalter sprachen von 33 000. Sie hatten 10 000 Teilnehmer angemeldet.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut» skandierten tausende Demonstranten in München, viele von ihnen hielten Schilder mit Botschaften zu mehr Klimaschutz in die Luft. Nach etwa 30 Minuten setzte sich der Protestzug in Bewegung. Die Polizei hatte ein besonderes Verkehrskonzept erarbeitet, um Behinderungen möglichst gering zu halten, wie ein Sprecher vor Ort sagte.

Mit 4000 Teilnehmern fand auch in Würzburg eine große Protestaktion statt. Trotz Regens kamen doppelt so viele Menschen wie vom Veranstalter erwartet. Die Polizei zeigte sich zufrieden, alles sei friedlich verlaufen. In Regensburg schlossen sich dem Protestzug durch die Stadt 800 Menschen an, wie ein Sprecher sagte. Auch in kleineren Städten wie Straubing gingen Menschen auf die Straße. Hier waren es laut Polizei 200 Demonstranten.

In Nürnberg war die Resonanz jedoch kleiner. In der Frankenmetropole zogen laut Polizei etwa 1200 Menschen durch die Stadt – deutlich weniger als die 3000 erwarteten.

Auch die IG Metall und der Bund Naturschutz in Bayern beteiligten sich an den Protesten. «Wir sind unseren Kindern und Enkeln schuldig, für sie das Klima zu schützen», sagte Johann Horn, Bezirksleiter der IG-Metall Bayern. Klimaschutz könne aber nur gelingen, wenn die Beschäftigten Sicherheit und Perspektiven im ökologischen Umbau der Gesellschaft bekämen. Richard Mergner, Vorsitzender des Bund in Bayern, sagte: «Beim Klimaschutz wie in der Arbeitswelt gilt der Grundsatz der Solidarität.» Beide forderten deshalb eine «sozialökologische Transformation».

Nach den Großprotesten im März und Mai sowie der globalen Streikwoche im September war es die vierte Auflage des weltweit koordinierten Protests. Für Deutschland fordert «Fridays For Future» unter anderem, unverzüglich alle Subventionen für fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zu streichen sowie ein Viertel der Kohlekraft abzuschalten. Zudem müsse Deutschland bis 2035 auf eine komplett erneuerbare Energieversorgung umschwenken.