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Bayerns Unternehmen schrauben Erwartungen zurück

München (dpa/lby) – Bayerns Wirtschaft rechnet heuer mit weniger Wachstum. Mehr als die Hälfte der 3500 vom Bayerischen Industrie- und Handelskammertag befragten Unternehmen stuften ihre momentane Geschäftslage als gut ein – aber ihre Geschäftserwartungen für dieses Jahr sind nicht mehr so optimistisch. «Wir registrieren, dass sich die Konjunktur in Bayern spürbar abschwächt», sagte BIHK- Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl am Dienstag in München.

Der Konjunkturindex sank auf 129 Punkte, gegenüber 135 Punkten vor einem Jahr. Allerdings wollten 28 Prozent der Unternehmen mehr investieren, nur zwölf Prozent weniger. Und auch «der Stellenaufbau in Bayern geht weiter», sagt Gößl: 21 Prozent der Betriebe wollen Personal einstellen, nur 10 Prozent Stellen streichen.

Einen Fachkräftemangel sehen zwei Drittel der Firmen als ihr größtes Geschäftsrisiko. Dahinter folgen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Die deutschen Steuern seien im internationalen Vergleich zu hoch und die Bürokratie zu aufwendig. «Gerade die kleinen und mittelständischen Betriebe werden mit immer mehr Aufwand in Form von Auflagen und Regulierungen belastet», kritisierte BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Hilfreich wäre auch, wenn der Fiskus seine Abschreibungsregeln der rasanten Wertminderung durch den Technologiewandel anpassen würden: «Drei oder gar fünf Jahre sind zu lange, um beispielsweise ein Smartphone abzuschreiben», sagte Sasse.